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Mathe

Was ist eine Umkehrfunktion und wie bildet man sie?

Kurze Antwort

Die Umkehrfunktion f⁻¹ macht rückgängig, was f macht: Ist f(3) = 7, dann ist f⁻¹(7) = 3. Man löst y = f(x) nach x auf und vertauscht dann x und y.

14–18 JahreWeiterführende Schule

In einem Satz

Die Umkehrfunktion macht rückgängig, was die ursprüngliche Funktion getan hat: Sie führt jeden Funktionswert zurück zu der Zahl, von der er kam.

Erklärt

Stell dir eine Funktion als Maschine vor. f(x) = 2x + 1 nimmt die 3, verdoppelt sie (6), addiert 1 und gibt 7 aus. Die Umkehrmaschine läuft rückwärts: Sie nimmt die 7, zieht 1 ab (6), halbiert und gibt die 3 zurück. Jeder Schritt wird rückgängig gemacht, und zwar in umgekehrter Reihenfolge, so wie man erst die Schuhe und dann die Socken auszieht.

  • Karton
  • Spiegel
  • Bleistift
Die Umkehrfunktion ist die rückwärts laufende Maschine, und ihr Graph ist das Spiegelbild an y = x.

Die Umkehrfunktion von f schreibt man f⁻¹ (gesprochen „f hoch minus eins“ oder „f invers“), in manchen Büchern auch f̄. Das −1 ist kein Exponent: f⁻¹(x) bedeutet nicht 1 : f(x).

So bildest du die Umkehrfunktion rechnerisch:

  1. Schreibe y = f(x), zum Beispiel y = 2x + 1.
  2. Löse nach x auf: x = (y − 1)/2.
  3. Vertausche x und y: y = (x − 1)/2.

Also ist f⁻¹(x) = (x − 1)/2. Probe: f(3) = 7 und f⁻¹(7) = 6/2 = 3. Allgemein gilt f(f⁻¹(x)) = x und f⁻¹(f(x)) = x: Wer eine Funktion und ihre Umkehrfunktion hintereinander ausführt, landet wieder am Start. (Du kannst auch zuerst x und y vertauschen und dann nach y auflösen. Das Ergebnis ist dasselbe.)

Am Graphen wird beim Vertauschen jeder Punkt (a; b) zu (b; a). Das ist die Spiegelung an der Winkelhalbierenden y = x. Liegt (3; 7) auf dem Graphen von f, dann liegt (7; 3) auf dem Graphen von f⁻¹.

Nicht jede Funktion ist umkehrbar. f(x) = x² bildet 3 und −3 beide auf 9 ab. Die Umkehrfunktion wüsste nicht, wohin sie die 9 zurückschicken soll. Umkehrbar ist eine Funktion nur, wenn jeder Funktionswert genau einmal vorkommt (sie ist injektiv). Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sie streng monoton steigt oder fällt. Am Graphen: Schneidet eine waagerechte Gerade ihn mehr als einmal, ist f nicht umkehrbar. Die Lösung ist, den Definitionsbereich einzuschränken: Für x ≥ 0 ist f(x) = x² streng monoton steigend, und die Umkehrfunktion ist die Wurzelfunktion f⁻¹(x) = √x.

Außerdem tauschen die Bereiche die Rollen: Der Definitionsbereich von f⁻¹ ist der Wertebereich von f, und umgekehrt.

Einige berühmte Paare kennst du schon: x² und √x (für x ≥ 0), x³ und ∛x, 10ˣ und lg x (siehe Logarithmus), eˣ und ln x sowie sin x und arcsin x auf einem eingeschränkten Bereich.

Beispiele

f(x) Nach x aufgelöst f⁻¹(x)
x + 5 x = y − 5 x − 5
3x x = y/3 x/3
2x + 1 x = (y − 1)/2 (x − 1)/2
(x − 4)/3 x = 3y + 4 3x + 4
x³ x = ∛y ∛x
x², x ≥ 0 x = √y √x, x ≥ 0
eˣ x = ln y ln x, x > 0

Rechenbeispiel: Die Formel F = 1,8C + 32 rechnet Grad Celsius in Grad Fahrenheit um. Die Umkehrfunktion rechnet zurück: minus 32, dann durch 1,8, also C = (F − 32)/1,8. Für 77 °F ist C = 45/1,8 = 25 °C. Probe: 1,8 · 25 + 32 = 77.

Häufige Fehler

  • f⁻¹(x) mit 1/f(x) verwechseln. Für f(x) = 2x ist 1/f(x) = 1/(2x), aber f⁻¹(x) = x/2. Tipp: −1 heißt hier „rückgängig machen“, nicht „Kehrwert“.
  • Die Schritte in der falschen Reihenfolge umkehren. Für f(x) = 2x + 1 ist f⁻¹(x) = (x − 1)/2, nicht x/2 − 1. Tipp: Den letzten Schritt zuerst rückgängig machen, oder sauber nach x auflösen.
  • Die Umkehrbarkeit vergessen. x² auf ganz ℝ ist nicht umkehrbar. Tipp: Definitionsbereich einschränken (z. B. x ≥ 0) und das in der Antwort angeben.
  • An der falschen Geraden spiegeln. Der Graph von f⁻¹ ist das Spiegelbild an y = x, nicht an der x- oder y-Achse.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. y = f(x) aufschreibenZum Beispiel y = (x + 1)/(x − 2) mit x ≠ 2.
  2. Nach x auflösenMit dem Nenner multiplizieren und alle x-Terme sammeln: y(x − 2) = x + 1, also xy − x = 2y + 1, also x(y − 1) = 2y + 1 und x = (2y + 1)/(y − 1).
  3. x und y vertauschenY = (2x + 1)/(x − 1).
  4. Umkehrfunktion angebenF⁻¹(x) = (2x + 1)/(x − 1) mit Definitionsbereich x ≠ 1.
  5. Probe machenEine Zahl testen: f(3) = 4/1 = 4 und f⁻¹(4) = 9/3 = 3.

Bei einer quadratischen Funktion schränkst du zuerst den Definitionsbereich ein. f(x) = (x − 3)² + 1 mit x ≥ 3: Aus y = (x − 3)² + 1 folgt (x − 3)² = y − 1 und x = 3 + √(y − 1). Die positive Wurzel, weil x ≥ 3. Vertauschen ergibt f⁻¹(x) = 3 + √(x − 1) für x ≥ 1. Probe: f(4) = 2 und f⁻¹(2) = 3 + 1 = 4.

Übungsaufgaben

Bilde die Umkehrfunktion

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. f(x) = x + 9. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    f⁻¹(x) = x − 9
  2. f(x) = 6x. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    f⁻¹(x) = x/6
  3. f(x) = 2x + 8. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    y = 2x + 8, also x = (y − 8)/2: f⁻¹(x) = (x − 8)/2
  4. f(x) = 5x − 3. Berechne f⁻¹(12).
    Lösung zeigen
    f⁻¹(x) = (x + 3)/5, also f⁻¹(12) = 15/5 = 3. Probe: f(3) = 12.
  5. f(x) = (x + 2)/3. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    3y = x + 2, also x = 3y − 2: f⁻¹(x) = 3x − 2
  6. f(x) = 7 − x. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    x = 7 − y: f⁻¹(x) = 7 − x (die Funktion ist ihre eigene Umkehrfunktion)
  7. f(x) = x/4 + 1. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    x = 4(y − 1): f⁻¹(x) = 4x − 4
  8. f(x) = x³ − 2. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    x³ = y + 2, also x = ∛(y + 2): f⁻¹(x) = ∛(x + 2)
  9. f(x) = 1/x, x ≠ 0. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    x = 1/y: f⁻¹(x) = 1/x (ihre eigene Umkehrfunktion)
  10. f(x) = 3/(x − 1), x ≠ 1. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    x − 1 = 3/y, also x = 3/y + 1: f⁻¹(x) = 3/x + 1, x ≠ 0. Probe: f(4) = 1 und f⁻¹(1) = 4.
  11. f(x) = (2x + 3)/(x − 1), x ≠ 1. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    y(x − 1) = 2x + 3, also xy − 2x = y + 3 und x = (y + 3)/(y − 2): f⁻¹(x) = (x + 3)/(x − 2), x ≠ 2. Probe: f(2) = 7 und f⁻¹(7) = 10/5 = 2.
  12. f(x) = x² + 1, x ≥ 0. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    x² = y − 1, also x = √(y − 1): f⁻¹(x) = √(x − 1), x ≥ 1
  13. f(x) = 2ˣ. Bestimme f⁻¹(x).
    Lösung zeigen
    x = log₂ y: f⁻¹(x) = log₂ x, x > 0
  14. Sind f(x) = 2x + 1 und g(x) = (x − 1)/2 Umkehrfunktionen voneinander?
    Lösung zeigen
    f(g(x)) = (x − 1) + 1 = x und g(f(x)) = 2x/2 = x: ja
  15. Der Punkt (3; 8) liegt auf dem Graphen von f. Welcher Punkt liegt sicher auf dem Graphen von f⁻¹?
    Lösung zeigen
    Koordinaten vertauschen: (8; 3)
  16. f(x) = 4x − 1 hat den Definitionsbereich 0 ≤ x ≤ 5. Welchen Definitionsbereich hat f⁻¹?
    Lösung zeigen
    Der Wertebereich von f ist −1 ≤ f(x) ≤ 19, also hat f⁻¹ den Definitionsbereich −1 ≤ x ≤ 19

Sachaufgaben

Umkehrfunktionen im Alltag

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Ein Taxi kostet C = 2k + 3 Euro für k Kilometer. Stelle k in Abhängigkeit von C dar und berechne, wie weit du für 19 € gefahren bist.
    Lösung zeigen
    k = (C − 3)/2, also k = 16/2 = 8 km
  2. Ein Geheimcode macht aus einer Zahl n die Zahl c = 3n + 5. Entschlüssle die Nachricht 38.
    Lösung zeigen
    n = (c − 5)/3 = 33/3 = 11
  3. Eine amerikanische Wetter-App zeigt 50 °F. Rechne mit C = (F − 32)/1,8 in Celsius um.
    Lösung zeigen
    (50 − 32)/1,8 = 18/1,8 = 10 °C
  4. Ein Handytarif kostet C = 10 + 0,05m Euro für m Minuten. Bilde die Umkehrfunktion und berechne die Minuten bei einer Rechnung von 13 €.
    Lösung zeigen
    m = (C − 10)/0,05 = 20(C − 10), also m = 20 · 3 = 60 Minuten
  5. Die Fläche eines Quadrats ist A = a² (a ≥ 0). Gib die Seitenlänge in Abhängigkeit von der Fläche an und berechne sie für 49 m².
    Lösung zeigen
    a = √A, also a = √49 = 7 m
  6. Ein Stein, den man von einer Klippe fallen lässt, fällt in t Sekunden etwa d = 5t² Meter. Wie lange braucht er für 80 m?
    Lösung zeigen
    t = √(d/5) = √16 = 4 Sekunden

Häufige Fragen

Was ist eine Umkehrfunktion, einfach erklärt?

Sie ist die Funktion, die eine andere rückgängig macht. Macht f aus 3 die 7, macht f⁻¹ aus 7 wieder die 3. Hintereinander ausgeführt landest du wieder am Anfang.

Wie bildet man die Umkehrfunktion?

Schreibe y = f(x), löse nach x auf und vertausche dann x und y. Das Ergebnis ist f⁻¹(x). Mach zum Schluss immer eine Probe mit einer Zahl.

Wann ist eine Funktion umkehrbar?

Wenn jeder Funktionswert nur zu genau einem x-Wert gehört. Streng monotone Funktionen sind immer umkehrbar. Bei anderen, wie x², schränkt man den Definitionsbereich ein.

Wie zeichnet man eine Umkehrfunktion?

Zeichne den Graphen von f und die Winkelhalbierende y = x. Spiegle dann einige Punkte: (a; b) wird zu (b; a). Verbinde die gespiegelten Punkte zum Graphen von f⁻¹.

Wie sehen typische Umkehrfunktionen aus?

Die Umkehrfunktion einer linearen Funktion mit Steigung m ≠ 0 ist wieder eine lineare Funktion, also eine Gerade. Die Wurzelfunktion ist die Umkehrfunktion der Normalparabel für x ≥ 0, und der natürliche Logarithmus ln x ist die Umkehrfunktion der e-Funktion.

Was sind die Umkehrfunktionen von sin, cos und tan?

arcsin, arccos und arctan liefern den Winkel zu einem Wert: arcsin(0,5) = 30°. Weil sin sich wiederholt, nimmt man einen eingeschränkten Bereich, für arcsin von −90° bis 90°. Auf dem Taschenrechner heißen sie sin⁻¹, cos⁻¹ und tan⁻¹.

Wie leitet man eine Umkehrfunktion ab?

Es gilt (f⁻¹)′(x) = 1 : f′(f⁻¹(x)). Für f(x) = x³ ist f⁻¹(8) = 2 und f′(2) = 12, also hat ∛x an der Stelle 8 die Steigung 1/12.

Kurzes Quiz

Umkehrfunktion

Teste dein Wissen mit 5 kurzen Fragen.

Frage 1 von 5

Es gilt f(2) = 9. Was ist f⁻¹(9)?

Üben

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Übe Umkehrfunktionen mit unbegrenzt vielen Aufgaben

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