Crayonbird
Menü

Mathe

Was ist die kumulierte Häufigkeit, und wie berechnet man sie?

Kurze Antwort

Die kumulierte Häufigkeit (Summenhäufigkeit) ist die laufende Summe der Häufigkeiten bis zu einem Wert. Die letzte ist die Gesamtzahl, und aus ihr liest man Median und Quartile ab.

13–16 JahreWeiterführende Schule

In einem Satz

Die kumulierte Häufigkeit ist eine laufende Summe: Sie gibt für jeden Wert oder jede Klasse an, wie viele Daten höchstens so groß sind.

Erklärt

Stell dir vor, du fragst 80 Schülerinnen und Schüler, wie viele Minuten sie gestern für die Hausaufgaben gebraucht haben. Die absolute Häufigkeit sagt, wie viele in jeder Klasse liegen, etwa „über 20 bis 30 Minuten“. Die kumulierte absolute Häufigkeit beantwortet eine andere Frage: Wie viele haben höchstens 30 Minuten gebraucht? Dafür addierst du die Häufigkeiten von oben nach unten auf, wie einen Punktestand, der immer weiter wächst. Andere Namen dafür sind Summenhäufigkeit oder kumulative Häufigkeit.

  • Uhr
  • Heft
  • Bleistift
Hausaufgabenzeiten, Testpunkte oder Laufzeiten: Man kann sie alle aufsummieren.

Die Regel:

kumulierte Häufigkeit dieser Zeile = Häufigkeit dieser Zeile + kumulierte Häufigkeit der Zeile davor

Die erste kumulierte Häufigkeit ist gleich der ersten Häufigkeit. Die letzte ist immer die Gesamtzahl n der Daten: eine gute Kontrolle für deine Rechnung. Die Daten stammen oft aus einer Strichliste.

Es gibt zwei Varianten:

  • kumulierte absolute Häufigkeit: Anzahl der Werte bis einschließlich zu diesem Wert;
  • kumulierte relative Häufigkeit: kumulierte absolute Häufigkeit : n, eine Zahl zwischen 0 und 1 (oder in Prozent). Die letzte ist 1, also 100 %. Als Funktion von x heißt sie empirische Verteilungsfunktion F(x).

Wozu das Ganze? Fragen wie „Wie viele haben höchstens 20 Minuten gebraucht?“ beantwortet die Tabelle sofort. Und man kann damit Median und Quartile großer, klassierter Datenmengen bestimmen, ohne alle Werte zu sortieren.

Die Summenkurve. Bei klassierten Daten trägst du jede kumulierte Häufigkeit an der oberen Klassengrenze ein, weil dort alle Werte der Klasse mitgezählt sind. Du beginnst mit 0 an der unteren Grenze der ersten Klasse und verbindest die Punkte mit Strecken (Summenhäufigkeitspolygon) oder mit einer glatten Kurve. Die Kurve steigt immer oder bleibt gleich, oft in Form eines langgezogenen S.

Zum Ablesen gehst du von der Hochachse waagerecht bis zur Kurve und dann senkrecht nach unten. Bei n Daten liegt

  • der Median bei n : 2,
  • das untere Quartil Q₁ bei n : 4,
  • das obere Quartil Q₃ bei 3n : 4.

Der Interquartilsabstand Q₃ − Q₁ misst die Streuung der mittleren Hälfte der Daten; Q₁ und Q₃ sind die Kanten der Box eines Boxplots, der Median ist der Strich darin. Bei klassierten Daten sind die abgelesenen Werte Schätzwerte. Siehe auch Mittelwert, Median und Modalwert und Histogramme, die dieselben Klassen als Säulen zeigen.

Beispiele

Hausaufgabenzeiten von 80 Schülerinnen und Schülern:

Zeit t (Minuten) Häufigkeit kumulierte Häufigkeit kumuliert relativ Punkt der Summenkurve
0 < t ≤ 10 6 6 0,075 (10; 6)
10 < t ≤ 20 14 6 + 14 = 20 0,25 (20; 20)
20 < t ≤ 30 20 20 + 20 = 40 0,5 (30; 40)
30 < t ≤ 40 20 40 + 20 = 60 0,75 (40; 60)
40 < t ≤ 50 15 60 + 15 = 75 0,9375 (50; 75)
50 < t ≤ 60 5 75 + 5 = 80 1 (60; 80)

Dazu kommt der Punkt (0; 0). Durchgerechnet: n = 80, also liest man den Median bei 40, Q₁ bei 20 und Q₃ bei 60 ab. Die Kurve geht durch (30; 40), (20; 20) und (40; 60): Median = 30 Minuten, Q₁ = 20 Minuten, Q₃ = 40 Minuten, Interquartilsabstand = 40 − 20 = 20 Minuten. Außerdem sieht man: 80 − 75 = 5 haben mehr als 50 Minuten gebraucht.

Bei nicht klassierten Daten liefert die Tabelle den Median direkt. Haustiere von 30 Kindern: 0 Tiere: 8, 1: 10, 2: 7, 3: 3, 4: 2. Kumuliert: 8, 18, 25, 28, 30. Der Median liegt zwischen dem 15. und 16. Wert; beide stehen in der Zeile „1 Tier“ (9. bis 18. Wert), also ist der Median 1 Tier.

Häufige Fehler

  • In der Klassenmitte eintragen. Richtig: an der oberen Klassengrenze. Die Klassenmitte braucht man für den Mittelwert.
  • Den Startpunkt vergessen. Richtig: 0 an der unteren Grenze der ersten Klasse eintragen.
  • Den Median auf der falschen Achse suchen. Richtig: bei n : 2 auf der Hochachse starten, nicht in der Mitte der Rechtsachse.
  • Absolute und kumulierte Häufigkeit verwechseln. Richtig: beide Spalten beschriften; die kumulierte Häufigkeit wird nie kleiner.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Spalte anlegenNeben die Häufigkeiten eine Spalte „kumulierte Häufigkeit“ schreiben.
  2. AufsummierenDie erste Häufigkeit übernehmen, dann jede neue Häufigkeit zur Summe darüber addieren.
  3. KontrollierenDer letzte Wert muss n sein. Für relative Werte jede Summe durch n teilen.
  4. ZeichnenJede Summe an der oberen Klassengrenze eintragen, 0 am Anfang ergänzen, Punkte verbinden.
  5. AblesenBei n : 2 für den Median, bei n : 4 und 3n : 4 für die Quartile waagerecht zur Kurve, dann nach unten.

Rückwärts geht es mit Subtraktion: Die Häufigkeit einer Klasse ist ihre kumulierte Häufigkeit minus die vorherige.

Übungsaufgaben

Kumulierte Häufigkeit

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Die Häufigkeiten sind 3, 5, 2 und 6. Gib die kumulierten Häufigkeiten an.
    Lösung zeigen
    3, 3 + 5 = 8, 8 + 2 = 10, 10 + 6 = 16: 3, 8, 10, 16
  2. Schuhgrößen: 36: 4 Kinder, 37: 7, 38: 9, 39: 5. Wie groß ist die kumulierte Häufigkeit für Größe 38?
    Lösung zeigen
    4 + 7 + 9 = 20
  3. Wie viele Kinder sind es in Aufgabe 2 insgesamt?
    Lösung zeigen
    20 + 5 = 25 (die letzte kumulierte Häufigkeit)
  4. Die kumulierten Häufigkeiten sind 5, 12, 20, 26, 30. Wie groß ist die Häufigkeit der dritten Klasse?
    Lösung zeigen
    20 − 12 = 8
  5. Wie groß ist in Aufgabe 4 die Häufigkeit der letzten Klasse?
    Lösung zeigen
    30 − 26 = 4
  6. Eine Summenkurve zeigt 60 Werte. Bei welcher kumulierten Häufigkeit liest man den Median ab?
    Lösung zeigen
    60 : 2 = 30
  7. Wo liest man bei denselben 60 Werten die Quartile ab?
    Lösung zeigen
    Q₁ bei 60 : 4 = 15, Q₃ bei 3 · 60 : 4 = 45
  8. Q₁ = 24 und Q₃ = 38. Berechne den Interquartilsabstand.
    Lösung zeigen
    38 − 24 = 14
  9. Punkte von 25 Kindern in einem Quiz: 1 Punkt: 2, 2 Punkte: 5, 3 Punkte: 8, 4 Punkte: 6, 5 Punkte: 4. Bestimme den Median.
    Lösung zeigen
    Kumuliert: 2, 7, 15, 21, 25. Der 13. Wert steht in der Zeile „3 Punkte“ (8. bis 15. Wert): Median 3 Punkte
  10. Wie viel Prozent hatten in Aufgabe 9 höchstens 4 Punkte?
    Lösung zeigen
    21 : 25 = 0,84 = 84 %
  11. Körpergrößen: 140 < h ≤ 150: 5, 150 < h ≤ 160: 15, 160 < h ≤ 170: 12, 170 < h ≤ 180: 8. Welche Punkte trägst du ein?
    Lösung zeigen
    Kumuliert 5, 20, 32, 40: (140; 0), (150; 5), (160; 20), (170; 32), (180; 40)
  12. Tore in 20 Spielen: 0 Tore: 3, 1: 6, 2: 5, 3: 4, 4: 2. Bestimme den Median.
    Lösung zeigen
    Kumuliert: 3, 9, 14, 18, 20. Der 10. und 11. Wert stehen in der Zeile „2 Tore“: Median 2 Tore
  13. Eine Summenkurve für 40 Werte geht durch (20; 10), (30; 20) und (40; 30). Schätze Median und Interquartilsabstand.
    Lösung zeigen
    Median bei 20: 30. Quartile bei 10 und 30: 20 und 40, Abstand 40 − 20 = 20
  14. Die Kurve aus Aufgabe 13 geht auch durch (50; 36). Wie viele Werte sind größer als 50?
    Lösung zeigen
    40 − 36 = 4
  15. 120 Schüler schrieben einen Test; die kumulierte Häufigkeit bei 60 Punkten ist 90. Wie viel Prozent hatten höchstens 60 Punkte?
    Lösung zeigen
    90 : 120 = 0,75 = 75 %

Sachaufgaben

Kumulierte Häufigkeit im Alltag

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Ein Laden verkauft am Montag 12 Fahrräder, am Dienstag 15, am Mittwoch 9 und am Donnerstag 14. An welchem Tag überschreitet die Gesamtzahl zum ersten Mal 30?
    Lösung zeigen
    Summen 12, 27, 36, 50: am Mittwoch
  2. Bei einem Lauf kamen 150 von 200 Läufern in weniger als 4 Stunden ins Ziel. Wie viele brauchten länger, und wie viel Prozent waren unter 4 Stunden?
    Lösung zeigen
    200 − 150 = 50 Läufer; 150 : 200 = 75 %
  3. 80 Schüler schrieben eine Prüfung, 28 hatten höchstens 50 Punkte. Bestanden hat, wer mehr als 50 Punkte hat. Wie viele haben bestanden?
    Lösung zeigen
    80 − 28 = 52 Schüler
  4. Batterien der Marke A haben einen Median von 38 Stunden und einen Interquartilsabstand von 9 Stunden, Marke B einen Median von 36 Stunden und einen Abstand von 4 Stunden. Welche Marke ist gleichmäßiger?
    Lösung zeigen
    Marke B: Der kleinere Interquartilsabstand zeigt, dass die mittlere Hälfte ihrer Batterien ähnlicher lange hält.
  5. Niederschlag: Januar 60 mm, Februar 45 mm, März 50 mm, April 40 mm. Wie viel Niederschlag ist bis Ende April zusammengekommen?
    Lösung zeigen
    60 + 45 + 50 + 40 = 195 mm

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für die kumulierte Häufigkeit?

Man addiert alle Häufigkeiten bis zum betrachteten Wert: H(x₁) + H(x₂) + … + H(xᵢ). Für die kumulierte relative Häufigkeit teilt man durch n oder addiert die relativen Häufigkeiten.

Was ist die kumulierte relative Häufigkeit?

Der Anteil der Daten, die höchstens so groß wie ein Wert sind, zum Beispiel 60 von 80 = 0,75 = 75 %. Als Funktion heißt sie empirische Verteilungsfunktion; sie steigt treppenförmig von 0 auf 1.

Was ist der Unterschied zwischen absoluter und kumulierter Häufigkeit?

Die absolute Häufigkeit zählt nur die Werte einer Zeile, die kumulierte zählt alle Werte bis einschließlich dieser Zeile. In der Hausaufgabentabelle hat die Klasse 20 < t ≤ 30 die Häufigkeit 20, aber die kumulierte Häufigkeit 40.

Wie findet man den Median mit der kumulierten Häufigkeit?

Bei nicht klassierten Daten suchst du die erste Zeile, deren kumulierte Häufigkeit n : 2 erreicht oder überschreitet. Ist n gerade und trifft n : 2 genau eine Summe, ist der Median der Mittelwert aus diesem und dem nächsten Wert. Bei klassierten Daten liest du die Summenkurve bei n : 2 ab.

Wie berechnet man die kumulierte Häufigkeit in Excel?

Stehen die Häufigkeiten in B2:B7, schreibst du in C2 =SUMME($B$2:B2) und ziehst die Formel nach unten. Das $ hält den Anfang des Bereichs fest, das Ende wandert mit.

Kurzes Quiz

Kumulierte Häufigkeit

Teste dein Wissen mit 4 kurzen Fragen.

Frage 1 von 4

Die absoluten Häufigkeiten einer Tabelle sind 4, 6 und 5. Wie groß ist die letzte kumulierte Häufigkeit?

Üben

Probier es aus

Alle Blätter: Mittelwert, Median und Modalwert

Schritt für Schritt üben im ganzen Kurs: Mathe · Klasse 10

Für Erwachsene

Histogramme

Ein Histogramm zeigt in Klassen eingeteilte Zahlenwerte als aneinanderstoßende Säulen über einer Zahlenachse. Sind die Klassen verschieden breit, gibt die Fläche jeder Säule die Häufigkeit an.

Mathe · 11–16 Jahre

Mittelwert, Median und Modus

Mittelwert, Median und Modus sind drei Durchschnitte. Der Mittelwert verteilt die Summe gleichmäßig, der Median ist der mittlere Wert, der Modus der häufigste.

Mathe · 10–15 Jahre

Strichlisten

Eine Strichliste ist eine Tabelle, in der man mit kleinen Strichen zählt. Jeder Strich ist eins, und jeder fünfte Strich streicht die vier davor durch, sodass man in Fünfern zählen kann.

Mathe · 5–9 Jahre

Häufigkeitspolygon

Ein Häufigkeitspolygon ist ein Liniendiagramm für in Klassen eingeteilte Daten. Man trägt die Häufigkeit jeder Klasse über der Klassenmitte ein und verbindet die Punkte mit Strecken.

Mathe · 11–16 Jahre

Quartile und Quartilsabstand

Quartile teilen geordnete Daten in vier gleich große Teile. Der Quartilsabstand ist oberes minus unteres Quartil, Q₃ − Q₁: die Streuung der mittleren Hälfte.

Mathe · 12–16 Jahre

Relative Häufigkeit

Die relative Häufigkeit ist die absolute Häufigkeit geteilt durch die Anzahl aller Werte. Gehen 6 von 20 Kindern zu Fuß zur Schule, ist sie 6/20 = 0,3, also 30 %.

Mathe · 11–16 Jahre

Zurück zum Schullexikon