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Mathe

Was ist die Ergebnismenge eines Zufallsexperiments?

Kurze Antwort

Die Ergebnismenge Ω enthält alle möglichen Ergebnisse eines Zufallsexperiments. Beim Münzwurf ist Ω = {K, Z}, beim Würfeln Ω = {1, 2, 3, 4, 5, 6}.

11–16 JahreWeiterführende Schule

In einem Satz

Die Ergebnismenge ist die vollständige Liste aller Ergebnisse, die bei einem Zufallsexperiment herauskommen können, zum Beispiel {1, 2, 3, 4, 5, 6} beim Würfeln.

Erklärt

Ein Zufallsexperiment ist ein Vorgang, dessen Ausgang man nicht vorhersagen kann: eine Münze werfen, würfeln, ein Bonbon aus einer Tüte ziehen, ein Menü zufällig auswählen. Jeder mögliche Ausgang ist ein Ergebnis, und die Menge aller Ergebnisse ist die Ergebnismenge. Man schreibt sie meist mit dem griechischen Buchstaben Ω (Omega), manchmal auch mit S, und setzt die Ergebnisse in geschweifte Klammern:

  • Münzwurf: Ω = {K, Z} (Kopf, Zahl)
  • Würfeln: Ω = {1, 2, 3, 4, 5, 6}
  • Einen Wochentag ziehen: Ω = {Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa, So}

Die Anzahl der Ergebnisse schreibt man |Ω|. Beim Würfel ist |Ω| = 6. (Auf Englisch heißt die Ergebnismenge sample space.)

Ein Ereignis ist eine Teilmenge der Ergebnismenge: ein oder mehrere Ergebnisse, die dich interessieren. „Gerade Zahl würfeln“ ist das Ereignis E = {2, 4, 6}. Ein Ereignis mit nur einem Ergebnis heißt Elementarereignis. Sind alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich, spricht man von einem Laplace-Experiment, und die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses ist

P(E) = |E| : |Ω| = Anzahl der günstigen Ergebnisse : Anzahl der möglichen Ergebnisse

Also ist P(gerade) = 3/6 = 1/2. Deshalb ist die Ergebnismenge so wichtig: Sie steht im Nenner. Ist sie falsch, sind alle Wahrscheinlichkeiten falsch.

  • Tasche
  • Pizza
  • Saft
Eine Bonbontüte, eine Speisekarte, zwei Würfel: Erst alle Möglichkeiten aufschreiben, dann zählen.

Bei mehrstufigen Zufallsexperimenten schreibt man die Ergebnisse in der richtigen Reihenfolge auf. Zwei Münzen ergeben KK, KZ, ZK und ZZ: vier Ergebnisse, nicht drei, denn „erst Kopf, dann Zahl“ ist etwas anderes als „erst Zahl, dann Kopf“. Zum schnellen Zählen hilft die Produktregel: Hat die erste Stufe m Ergebnisse und die zweite n, gibt es zusammen m · n. Zwei Münzen: 2 · 2 = 4. Drei Münzen: 2 · 2 · 2 = 8. Zwei Würfel: 6 · 6 = 36.

Drei gute Wege, eine Ergebnismenge anzugeben:

  • Eine Aufzählung, systematisch geordnet, damit nichts fehlt (erst alle mit K vorne, dann alle mit Z).
  • Eine Tabelle, ideal für zwei Stufen, etwa zwei Würfel oder Münze und Glücksrad.
  • Ein Baumdiagramm, am besten ab drei Stufen, etwa drei Münzen. Jeder Pfad ist ein Ergebnis.

Die Tabelle für zwei Würfel zeigt auch, was stochastisch unabhängige Ereignisse sind: Ereignisse, bei denen das eine das andere nicht beeinflusst, wie die Ergebnisse zweier verschiedener Würfel. Für unabhängige Ereignisse gilt P(A ∩ B) = P(A) · P(B). In der Tabelle belegt „der erste Würfel zeigt eine gerade Zahl“ 18 Felder und „der zweite Würfel zeigt 6“ 6 Felder; nur 3 Felder erfüllen beides, und 3/36 = 1/12 = 1/2 · 1/6. Nicht verwechseln mit unvereinbaren (disjunkten) Ereignissen: Sie haben kein gemeinsames Ergebnis und können nie zusammen eintreten („eine 2 würfeln“ und „eine ungerade Zahl würfeln“). In einem Venn-Diagramm ist das Rechteck die Ergebnismenge und jeder Kreis ein Ereignis: Unvereinbare Kreise überschneiden sich nicht.

Beispiele

Zufallsexperiment Ergebnismenge Ω Anzahl
Eine Münze werfen {K, Z} 2
Einmal würfeln {1, 2, 3, 4, 5, 6} 6
Zwei Münzen werfen {KK, KZ, ZK, ZZ} 4
Drei Münzen werfen {KKK, KKZ, KZK, KZZ, ZKK, ZKZ, ZZK, ZZZ} 8
Glücksrad A, B oder C drehen und eine Münze werfen {AK, AZ, BK, BZ, CK, CZ} 6
Zwei Würfel werfen alle Paare (1; 1), (1; 2), … , (6; 6) 36

Tabelle der Augensummen zweier Würfel (erster Würfel links, zweiter Würfel oben):

+ 1 2 3 4 5 6
1 2 3 4 5 6 7
2 3 4 5 6 7 8
3 4 5 6 7 8 9
4 5 6 7 8 9 10
5 6 7 8 9 10 11
6 7 8 9 10 11 12

Jetzt muss man nur noch Felder zählen. Die Summe 7 kommt 6-mal vor, also P(7) = 6/36 = 1/6: die wahrscheinlichste Augensumme. Die Summe 12 kommt einmal vor: P(12) = 1/36. Die Summe 10 kommt 3-mal vor: P(10) = 3/36 = 1/12.

Häufige Fehler

  • KZ und ZK als ein Ergebnis zählen. Dann hat die Liste {KK, je einmal, ZZ} drei Ergebnisse, die nicht gleich wahrscheinlich sind. So geht's richtig: Die Münzen unterscheiden (erste, zweite) und die Reihenfolge beachten.
  • Ergebnisse vergessen. So geht's richtig: Systematisch aufzählen und die Anzahl mit der Produktregel prüfen (drei Münzen müssen 8 ergeben).
  • Die Augensummen {2, 3, … , 12} als Laplace-Ergebnismenge für zwei Würfel nehmen. So geht's richtig: Die 36 Paare sind gleich wahrscheinlich, die 11 Summen nicht.
  • Unabhängig und unvereinbar verwechseln. So geht's richtig: Unabhängig heißt „kein Einfluss“, unvereinbar heißt „nicht gleichzeitig möglich“.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Ein Ergebnis beschreibenLege fest, wie ein einzelnes Ergebnis aussieht, zum Beispiel ein Paar (erster Würfel; zweiter Würfel).
  2. Darstellung wählenAufzählung für eine Stufe, Tabelle für zwei Stufen, Baumdiagramm für drei oder mehr.
  3. Systematisch aufschreibenDer Reihe nach, damit nichts fehlt oder doppelt vorkommt.
  4. Anzahl prüfenDie Anzahlen der Stufen multiplizieren; das Ergebnis muss |Ω| sein.
  5. Günstige Ergebnisse zählenBei einem Laplace-Experiment ist P(E) = |E| : |Ω|.

Übungsaufgaben

Ergebnismengen

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Gib die Ergebnismenge beim einmaligen Würfeln an.
    Lösung zeigen
    Ω = {1, 2, 3, 4, 5, 6}
  2. Ein Glücksrad hat die Felder Rot, Blau und Grün. Gib die Ergebnismenge an.
    Lösung zeigen
    Ω = {Rot, Blau, Grün}
  3. Gib die Ergebnismenge beim Werfen von zwei Münzen an.
    Lösung zeigen
    Ω = {KK, KZ, ZK, ZZ}: 4 Ergebnisse
  4. Zwei Münzen werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für genau einmal Kopf?
    Lösung zeigen
    KZ und ZK: 2/4 = 1/2
  5. Wie viele Ergebnisse gibt es beim Werfen von drei Münzen?
    Lösung zeigen
    2 · 2 · 2 = 8
  6. Drei Münzen werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für genau zweimal Kopf?
    Lösung zeigen
    KKZ, KZK, ZKK: 3/8
  7. Drei Münzen werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für mindestens einmal Zahl?
    Lösung zeigen
    Nur KKK hat keine Zahl, also 1 − 1/8 = 7/8
  8. Wie viele Ergebnisse gibt es beim Werfen von zwei Würfeln?
    Lösung zeigen
    6 · 6 = 36
  9. Zwei Würfel werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für die Augensumme 8?
    Lösung zeigen
    (2; 6), (3; 5), (4; 4), (5; 3), (6; 2): 5/36
  10. Zwei Würfel werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Pasch?
    Lösung zeigen
    (1; 1) bis (6; 6): 6/36 = 1/6
  11. Zwei Würfel werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine Augensumme größer als 9?
    Lösung zeigen
    Summen 10, 11, 12: 3 + 2 + 1 = 6 Ergebnisse, 6/36 = 1/6
  12. Eine Münze wird geworfen und ein Würfel geworfen. Wie viele Ergebnisse gibt es?
    Lösung zeigen
    2 · 6 = 12
  13. Eine Münze und ein Würfel werden geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für Kopf und eine gerade Zahl?
    Lösung zeigen
    K2, K4, K6: 3/12 = 1/4 (= 1/2 · 1/2, weil die Ereignisse unabhängig sind)
  14. Sind beim Würfeln „eine 2 würfeln“ und „eine ungerade Zahl würfeln“ unvereinbar?
    Lösung zeigen
    Ja: 2 ist nicht ungerade, es gibt kein gemeinsames Ergebnis.
  15. In einer Tüte sind zwei rote Bonbons (R1, R2) und ein blaues (B). Zwei werden nacheinander ohne Zurücklegen gezogen. Gib die Ergebnismenge an und berechne P(beide rot).
    Lösung zeigen
    R1R2, R1B, R2R1, R2B, BR1, BR2: 6 Ergebnisse, 2 davon beide rot, also 1/3
  16. Zwei Würfel: A = „der erste Würfel zeigt 6“, B = „die Augensumme ist 7“. Sind A und B unabhängig?
    Lösung zeigen
    P(A) = 1/6, P(B) = 1/6, und nur (6; 1) liegt in beiden: 1/36 = 1/6 · 1/6, also ja

Sachaufgaben

Ergebnismengen im Alltag

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Eine Mensa bietet Nudeln, Eintopf oder Salat an, dazu Wasser oder Saft. Wie viele verschiedene Menüs aus einem Gericht und einem Getränk gibt es?
    Lösung zeigen
    3 · 2 = 6 Menüs
  2. Ein Zahlenschloss hat 3 Rädchen mit den Ziffern 0 bis 9. Wie viele Codes gibt es?
    Lösung zeigen
    10 · 10 · 10 = 1 000 Codes
  3. Eine Eisdiele hat 4 Sorten, 2 Waffelarten und Streusel oder keine Streusel. Wie viele verschiedene Eis kann man bestellen?
    Lösung zeigen
    4 · 2 · 2 = 16
  4. Zwei Kinder spielen Schere, Stein, Papier und wählen zufällig. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für ein Unentschieden?
    Lösung zeigen
    3 · 3 = 9 Ergebnisse, 3 davon unentschieden: 1/3
  5. Bei einem Brettspiel brauchst du mit zwei Würfeln mindestens eine 6. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit?
    Lösung zeigen
    25 der 36 Ergebnisse enthalten keine 6, also 36 − 25 = 11: 11/36

Häufige Fragen

Wie gibt man eine Ergebnismenge an?

Man zählt alle möglichen Ergebnisse in geschweiften Klammern auf, zum Beispiel Ω = {1, 2, 3, 4, 5, 6}. Bei zwei Stufen schreibt man Paare wie (2; 5), bei vielen Ergebnissen hilft eine Tabelle oder ein Baumdiagramm.

Was ist der Unterschied zwischen Ergebnismenge und Ereignismenge?

Die Ergebnismenge Ω enthält alle Ergebnisse. Ein Ereignis ist eine Teilmenge davon. Mit „Ereignismenge“ meint man meist die Menge aller möglichen Ereignisse; hat Ω n Ergebnisse, gibt es 2ⁿ Ereignisse, beim Würfel also 2⁶ = 64.

Was ist eine verfeinerte Ergebnismenge?

Eine Ergebnismenge, die genauer unterscheidet. Bei zwei Würfeln ist {2, 3, … , 12} (nur die Summe) gröber, die 36 Paare (1; 1) bis (6; 6) sind die verfeinerte Ergebnismenge. Nur die feinere ist hier ein Laplace-Experiment.

Wie hängen Baumdiagramm und Ergebnismenge zusammen?

Jeder Pfad vom Start bis zum Ende eines Baumdiagramms ist genau ein Ergebnis. Die Anzahl der Pfade ist also |Ω|. Bei drei Münzwürfen gibt es 8 Pfade.

Was sind unabhängige Ereignisse, und wie lautet die Formel?

Ereignisse sind stochastisch unabhängig, wenn das eine die Wahrscheinlichkeit des anderen nicht ändert, wie bei zwei Münzwürfen. Dann gilt P(A ∩ B) = P(A) · P(B). Gilt das nicht, sind sie abhängig; siehe bedingte Wahrscheinlichkeit.

Wie prüft man Unabhängigkeit mit einer Vierfeldertafel?

Man vergleicht den Wert im Feld „A und B“ mit dem Produkt der beiden Randwahrscheinlichkeiten P(A) und P(B). Sind beide gleich, sind A und B unabhängig.

Kurzes Quiz

Ergebnismenge

Teste dein Wissen mit 5 kurzen Fragen.

Frage 1 von 5

Wie lautet die Ergebnismenge beim Werfen von zwei Münzen?

Üben

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Alle Blätter: Mittelwert, Median und Modalwert

Schritt für Schritt üben im ganzen Kurs: Mathe · Klasse 9

Für Erwachsene

Wahrscheinlichkeit

Wahrscheinlichkeit misst, wie wahrscheinlich etwas eintritt, auf einer Skala von 0 (unmöglich) bis 1 (sicher). Eine faire Münze zeigt mit der Wahrscheinlichkeit 1/2 Kopf.

Mathe · 9–16 Jahre

Bedingte Wahrscheinlichkeit

Die bedingte Wahrscheinlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit von A, wenn man schon weiß, dass B eingetreten ist. Man schreibt P_B(A) oder P(A|B) und rechnet P_B(A) = P(A∩B) : P(B).

Mathe · 14–18 Jahre

Venn-Diagramme

Ein Venn-Diagramm sortiert Dinge mit sich überlappenden Kreisen in Gruppen. Die Schnittmenge zeigt, was zu beiden Gruppen gehört, und außerhalb steht, was zu keiner gehört.

Mathe · 8–14 Jahre

Die Binomialverteilung

Die Binomialverteilung B(n; p) gibt die Wahrscheinlichkeit für k Treffer in einer Bernoulli-Kette der Länge n an: P(X = k) = (n über k) · pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ. Der Erwartungswert ist n · p.

Mathe · 15–18 Jahre

Kumulierte Häufigkeit

Die kumulierte Häufigkeit (Summenhäufigkeit) ist die laufende Summe der Häufigkeiten bis zu einem Wert. Die letzte ist die Gesamtzahl, und aus ihr liest man Median und Quartile ab.

Mathe · 13–16 Jahre

Häufigkeitspolygon

Ein Häufigkeitspolygon ist ein Liniendiagramm für in Klassen eingeteilte Daten. Man trägt die Häufigkeit jeder Klasse über der Klassenmitte ein und verbindet die Punkte mit Strecken.

Mathe · 11–16 Jahre

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