Erdkunde
Was ist ein Tsunami?
Kurze Antwort
Ein Tsunami ist eine Folge sehr langer, schneller Meereswellen, meist durch ein Erdbeben unter Wasser ausgelöst. Im tiefen Meer sind sie klein, an der Küste können sie hoch und kraftvoll werden.
In einem Satz
Ein Tsunami ist eine riesige Meereswelle, die durch ein Beben oder einen Erdrutsch unter Wasser entsteht.
Erklärt
Normale Wellen entstehen durch Wind und bewegen nur die Wasseroberfläche. Bei einem Tsunami dagegen bewegt sich die gesamte Wassersäule vom Meeresboden bis zur Oberfläche. Das liegt an der Ursache: Meist ist es ein Erdbeben, bei dem sich der Meeresboden ruckartig hebt oder senkt, siehe Erdbeben. Das passiert oft an den Rändern der Erdplatten, siehe Plattentektonik. Auch Ausbrüche von Vulkanen, Erdrutsche ins Meer oder Meteoriteneinschläge können einen Tsunami auslösen.
Auf offener See ist die Welle nur etwa einen Meter hoch und sehr lang, oft über 100 Kilometer von Kamm zu Kamm. Sie breitet sich mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde aus, ähnlich schnell wie ein Flugzeug. Schiffe auf hoher See merken kaum etwas. Erreicht sie flacheres Wasser nahe der Küste, wird sie langsamer, aber höher: Das Wasser staut sich auf und kann viele Meter hoch werden. Meist kommen mehrere Wellen hintereinander, und die späteren sind oft die größten.
Das Wort kommt aus dem Japanischen: tsu heißt Hafen, nami Welle. Japan, Indonesien und andere Länder um den Pazifik und Indischen Ozean sind oft betroffen. Im Dezember 2004 forderte ein Tsunami im Indischen Ozean mehr als 200.000 Menschenleben. 2011 traf ein Tsunami die Ostküste Japans.
Welle
Boot
Muschel
Wie schützt man sich? In gefährdeten Regionen gibt es Frühwarnsysteme mit Messgeräten im Meer und Sirenen am Strand. Die wichtigsten Regeln sind: Wenn die Erde stark bebt oder das Meer sich auffällig zurückzieht, sofort auf höheres Gelände laufen, nicht auf den Strand, um zu schauen. Bleib dort, bis Entwarnung kommt. Für Deutschland besteht kaum Gefahr, die Nord- und Ostsee sind kein Erdbebengebiet. Wo es um das große Wasser geht, hilft das Wissen über die Ozeane.
Beispiele
| Ereignis | Jahr | Ort |
|---|---|---|
| Indischer-Ozean-Tsunami | 2004 | Indonesien, Thailand, Sri Lanka u. a. |
| Tohoku-Tsunami | 2011 | Japan |
| Lissabon (Beben und Tsunami) | 1755 | Portugal |
Häufige Fehler
- Einen Tsunami „Flutwelle durch Gezeiten“ nennen. Mit den Gezeiten hat er nichts zu tun.
- Denken, Tsunamis seien einzelne Wellen. Es sind mehrere hintereinander.
- Nach der ersten Welle zurückgehen. Die späteren können größer sein.
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