Sprache und Grammatik
Was ist eine Personifikation?
Kurze Antwort
Personifikation gibt Dingen, die keine Menschen sind, menschliche Eigenschaften oder Handlungen, wie in "Der Wind heulte" oder "Die Sonne lächelte auf uns herab".
In einem Satz
Personifikation bedeutet, einen Gegenstand, ein Tier, eine Idee oder einen Teil der Natur so zu beschreiben, als wäre er ein Mensch mit menschlichen Gefühlen oder Handlungen.
Erklärt
Der Wind kann nicht wirklich traurig heulen, und die Sonne kann nicht lächeln. Aber Der Wind heulte und Die Sonne lächelte auf das Picknick herab erzeugen Bilder im Kopf der Leserin, und sie transportieren auch Gefühle. Das ist Personifikation: Etwas Nichtmenschliches bekommt die Eigenschaften eines Menschen.
Sie ist eine Art Metapher, weil sie eine Sache so beschreibt, als wäre sie etwas anderes (ein Mensch). Meistens funktioniert sie über das Verb: Die Blätter flüsterten. Das Auto hustete. Die Wellen krochen den Strand hinauf. Auch Adjektive und Nomen können das: das zornige Meer, die Arme des Baumes.
Personifikation wirkt stark, weil Leser menschliche Handlungen sofort verstehen. Vergleiche:
- Die Tür öffnete sich. (schlicht)
- Die Tür ächzte auf. (unheimlich)
- Die Tür sprang mit einem fröhlichen Knall auf. (lebhaft)
Die Wahl der menschlichen Handlung bestimmt die Stimmung. Ein grummelnder Himmel wirkt bedrohlich, ein schläfriges Dorf wirkt ruhig.
Für ältere Schülerinnen und Schüler gibt es zwei verwandte Begriffe:
- Vermenschlichung (Anthropomorphismus) liegt vor, wenn Tiere oder Gegenstände in einer Geschichte tatsächlich wie Menschen handeln: sprechende Hasen oder eine Teekanne mit eigener Persönlichkeit, wie in Fabeln. Personifikation ist eine kurze Redewendung, Vermenschlichung ist die Figur selbst.
- Pathetic fallacy (im Deutschen eher "Naturstimmung" genannt) bedeutet, dass das Wetter oder der Schauplatz die Stimmung einer Figur widerspiegelt: ein tobender Sturm, während eine Figur wütend ist.
Beispiele
- Die Sterne zwinkerten uns vom dunklen Himmel zu.
- Mein Wecker schrie um sieben.
- Die Blumen nickten im Wind.
- Die Zeit kroch während der langen Klassenarbeit dahin.
- Die hungrigen Flammen verschlangen das Papier.
Häufige Fehler
- Eine menschliche Handlung wählen, die nicht zur Stimmung passt. Der sanfte Tornado schlich auf Zehenspitzen klingt komisch, es sei denn, es soll ein Scherz sein.
- Sie beim Lesen übersehen. Frag dich: "Kann das Ding das wirklich tun?" Wenn nicht, ist es vielleicht eine Personifikation.
- Es übertreiben. Wenn in einem Absatz jeder Gegenstand spricht, wissen Leser nicht mehr, was echt ist.
Kurzes Quiz
Personifikation
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Frage 1 von 4
Welcher Satz enthält eine Personifikation?
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Verwandte Themen
Metaphern
Eine Metapher beschreibt etwas, indem sie sagt, es sei etwas anderes, ohne "wie" zu benutzen. Zum Beispiel "Das Klassenzimmer war ein Zoo" oder "Zeit ist ein Dieb".
Vergleiche (Similes)
Ein Vergleich stellt eine Sache mit "wie" einer anderen gegenüber, wie in "mutig wie ein Löwe" oder "ihre Augen leuchteten wie Sterne".
Schlussfolgern (zwischen den Zeilen lesen)
Schlussfolgern heißt herauszufinden, was der Text nicht direkt sagt, mit Hilfe von Hinweisen im Text und deinem Vorwissen. Man nennt es auch zwischen den Zeilen lesen.
Lautmalerei (Onomatopoesie)
Lautmalerei sind Wörter, die so klingen wie das Geräusch, das sie beschreiben, zum Beispiel summen, platsch, zischen, bumm oder ticktack.
Adjektive (Wie-Wörter)
Ein Adjektiv ist ein Wort, das ein Nomen genauer beschreibt, zum Beispiel ein riesiger Elefant, eine saure Zitrone oder drei rote Luftballons.
Adverbien
Ein Adverb gibt mehr Information zu einem Verb, Adjektiv oder anderen Adverb: wie, wann, wo oder wie oft. Beispiele sind gern, morgen, draußen oder immer.