Sprache und Grammatik
Was ist eine Personifikation?
Kurze Antwort
Personifikation gibt Dingen, die keine Menschen sind, menschliche Eigenschaften oder Handlungen, wie in "Der Wind heulte" oder "Die Sonne lächelte auf uns herab".
In einem Satz
Die Personifikation (auch Personifizierung oder Vermenschlichung) ist ein sprachliches Stilmittel: Gegenstände, Pflanzen, Tiere, die Natur oder Ideen werden so beschrieben, als wären sie Menschen, die fühlen, denken oder handeln, zum Beispiel in "Der Wind heult" oder "Die Sonne lacht".
Erklärt
Was ist eine Personifikation?
Der Wind kann nicht wirklich traurig heulen, und die Sonne kann nicht lächeln. Aber Der Wind heulte und Die Sonne lächelte auf das Picknick herab erzeugen Bilder im Kopf, und sie transportieren auch Gefühle. Das ist Personifikation: Etwas Nichtmenschliches bekommt die Eigenschaften eines Menschen.
Das Wort kommt aus dem Lateinischen: persona heißt "Person" (ursprünglich die Maske eines Schauspielers) und facere heißt "machen". Personifikation bedeutet also wörtlich "zur Person machen".
Sie ist eine Art Metapher, weil sie eine Sache so beschreibt, als wäre sie etwas anderes (ein Mensch). Meistens funktioniert sie über das Verb: Die Blätter flüsterten. Das Auto hustete. Die Wellen krochen den Strand hinauf. Auch Adjektive und Nomen können das: das zornige Meer, die Arme des Baumes.
Wie erkennt man eine Personifikation?
Schritt für Schritt
- Such das DingFinde das Nomen im Satz, das kein Mensch ist: der Wind, die Uhr, die Stadt.
- Schau aufs Verb und die AdjektiveWas tut das Ding, wie wird es beschrieben? Die Stadt schläft.
- Stell die Frage"Kann das Ding das wirklich tun?" Eine Stadt kann nicht schlafen.
- Prüfe, ob es menschlich istIst es etwas, das typischerweise Menschen tun oder fühlen? Dann ist es eine Personifikation.
Personifikationen im Alltag
Wir benutzen Personifikationen ständig, oft ohne es zu merken: Die Sonne lacht. Die Zeit rennt. Die Stadt schläft. Mutter Natur. Vater Staat. Der Wecker hat mich aus dem Bett geworfen. Sie machen unsere Sprache bildhaft und lebendig.
Personifikationen in Gedichten
In Gedichten und Geschichten ist die Personifikation besonders beliebt. Zwei bekannte Beispiele:
- Eduard Mörike, "Er ist's": Frühling lässt sein blaues Band / wieder flattern durch die Lüfte. Der Frühling handelt wie ein Mensch, der ein Band im Wind flattern lässt.
- Johann Wolfgang von Goethe, "Willkommen und Abschied": Der Abend wiegte schon die Erde, / und an den Bergen hing die Nacht. Der Abend wiegt die Erde wie eine Mutter ihr Kind.
Welche Wirkung hat eine Personifikation?
Personifikation wirkt stark, weil Leser menschliche Handlungen sofort verstehen. Vergleiche:
- Die Tür öffnete sich. (schlicht)
- Die Tür ächzte auf. (unheimlich)
- Die Tür sprang mit einem fröhlichen Knall auf. (lebhaft)
Die Wahl der menschlichen Handlung bestimmt die Stimmung. Ein grummelnder Himmel wirkt bedrohlich, ein schläfriges Dorf wirkt ruhig. In einer Gedichtanalyse kannst du die Wirkung so beschreiben: "Durch die Personifikation 'Die Stadt schläft' wirkt die Stadt ruhig und friedlich, fast wie ein lebendiges Wesen."
Personifikation, Metapher oder Vergleich?
| Stilmittel | Was passiert? | Beispiel |
|---|---|---|
| Personifikation | Ein Ding bekommt menschliche Eigenschaften | Der Wind flüstert. |
| Metapher | Etwas wird ohne "wie" mit etwas anderem gleichgesetzt | Er ist ein Fels. |
| Vergleich | Zwei Dinge werden mit "wie" oder "als" verglichen | stark wie ein Bär |
Für ältere Schülerinnen und Schüler gibt es zwei verwandte Begriffe:
- Anthropomorphismus liegt vor, wenn Tiere oder Gegenstände in einer Geschichte tatsächlich wie Menschen handeln: sprechende Hasen oder eine Teekanne mit eigener Persönlichkeit, wie in Fabeln. Die Personifikation ist meist eine kurze sprachliche Wendung, beim Anthropomorphismus ist das Tier oder Ding eine ganze Figur.
- Pathetic fallacy (im Deutschen eher "Naturstimmung" genannt) bedeutet, dass das Wetter oder der Schauplatz die Stimmung einer Figur widerspiegelt: ein tobender Sturm, während eine Figur wütend ist.
Beispiele
- Die Sterne zwinkerten uns vom dunklen Himmel zu.
- Mein Wecker schrie um sieben.
- Die Blumen nickten im Wind.
- Die Zeit kroch während der langen Klassenarbeit dahin.
- Die hungrigen Flammen verschlangen das Papier.
- Der Regen trommelte ungeduldig gegen das Fenster.
- Das Glück lächelte ihm zu.
Häufige Fehler
- Eine menschliche Handlung wählen, die nicht zur Stimmung passt. Der sanfte Tornado schlich auf Zehenspitzen klingt komisch, es sei denn, es soll ein Scherz sein.
- Sie beim Lesen übersehen. Frag dich: "Kann das Ding das wirklich tun?" Wenn nicht, ist es vielleicht eine Personifikation.
- Echtes Verhalten von Tieren für eine Personifikation halten. Der Hund bellt ist keine Personifikation, denn Hunde bellen wirklich. Der Hund lachte über meinen Witz dagegen schon.
- Es übertreiben. Wenn in einem Absatz jeder Gegenstand spricht, wissen Leser nicht mehr, was echt ist.
Kurzes Quiz
Personifikation
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Frage 1 von 4
Welcher Satz enthält eine Personifikation?
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Probier es aus
Finde die Personifikationen. Die Lösungen stehen darunter.
- Der Mond schaute neugierig durch die Wolken.
- Der Mond war rund und hell.
- Die alte Treppe stöhnte unter jedem Schritt.
- Die Katze schlief auf dem Sofa.
Lösungen: 1) Personifikation: Der Mond kann nicht neugierig schauen. 2) Keine Personifikation, nur eine Beschreibung. 3) Personifikation: Stöhnen tun Menschen. 4) Keine Personifikation, denn Katzen schlafen wirklich.
Jetzt du: Schreib drei Sätze über das Wetter von heute, in denen es sich wie ein Mensch benimmt.
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Für Erwachsene
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Metaphern
Eine Metapher beschreibt etwas, indem sie sagt, es sei etwas anderes, ohne "wie" zu benutzen. Zum Beispiel "Das Klassenzimmer war ein Zoo" oder "Zeit ist ein Dieb".
Vergleiche (Similes)
Ein Vergleich stellt eine Sache mit "wie" einer anderen gegenüber, wie in "mutig wie ein Löwe" oder "ihre Augen leuchteten wie Sterne".
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Schlussfolgern heißt herauszufinden, was der Text nicht direkt sagt, mit Hilfe von Hinweisen im Text und deinem Vorwissen. Man nennt es auch zwischen den Zeilen lesen.
Lautmalerei (Onomatopoesie)
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Bildliche Sprache und Stilmittel
Bildliche Sprache verwendet Wörter nicht wörtlich, sondern übertragen, um ein Bild oder Gefühl zu erzeugen, etwa mit Vergleich, Metapher, Personifikation oder Hyperbel (Übertreibung).
Adjektive (Wie-Wörter)
Ein Adjektiv ist ein Wort, das ein Nomen genauer beschreibt, zum Beispiel ein riesiger Elefant, eine saure Zitrone oder drei rote Luftballons.