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Sprache und Grammatik

Was ist bildliche Sprache, und welche Stilmittel gibt es?

Kurze Antwort

Bildliche Sprache verwendet Wörter nicht wörtlich, sondern übertragen, um ein Bild oder Gefühl zu erzeugen, etwa mit Vergleich, Metapher, Personifikation oder Hyperbel (Übertreibung).

8–16 JahreGrundschule

In einem Satz

Bildliche Sprache heißt, Wörter nicht wörtlich, sondern im übertragenen Sinn zu benutzen, um ein Bild zu malen, ein Gefühl zu zeigen oder einer Aussage mehr Kraft zu geben.

Erklärt

Wörter können auf zwei Arten wirken. Wörtlich gemeint heißt: Sie bedeuten genau das, was sie sagen. Es regnet sehr stark. Bildlich (oder übertragen) gemeint heißt: Sie sagen mehr oder etwas anderes. Es regnet Bindfäden. Niemand erwartet Fäden vom Himmel, aber jeder versteht sofort, dass es heftig regnet, und das Bild ist viel lebendiger.

  • Löwe
  • Stern
  • Blitz
Mutig wie ein Löwe, der Star der Show, schnell wie der Blitz: drei Bilder aus Wörtern.

Wer schreibt, nutzt bildliche Sprache, damit Leser etwas sehen, hören und fühlen. Vergleiche Mein Zimmer war unordentlich mit In meinem Zimmer sah es aus, als hätte ein Tornado gewütet. Der zweite Satz liefert ein Bild, zeigt, wie schlimm es ist, und ist auch noch witzig. Bildliche Sprache steckt in Gedichten und Geschichten, aber auch im Alltag: Tomaten auf den Augen haben, jemandem einen Bären aufbinden, sich totlachen.

Die sprachlichen Kunstgriffe heißen Stilmittel (auch rhetorische Mittel oder Figuren). Die wichtigsten für die Schule:

  • Sprachbilder: der Vergleich mit wie, als oder als ob: Sie war still wie eine Maus; die Metapher ohne Vergleichswort: Die Klasse war ein Zoo; die Personifikation, die Dingen menschliche Eigenschaften gibt: Der Wind heulte an der Tür.
  • Übertreibung und Gegensatz: die Hyperbel übertreibt (Ich hab's dir schon tausendmal gesagt!); die Antithese stellt Gegensätze gegenüber (Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein, Andreas Gryphius); das Oxymoron verbindet zwei Widersprüche (bittersüß, ohrenbetäubende Stille).
  • Wiederholung und Steigerung: die Anapher wiederholt den Anfang (Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll, Goethe, „Der Fischer“); die Alliteration wiederholt den Anfangslaut (Milch macht müde Männer munter); die Klimax steigert (Ich kam, sah und siegte); der Parallelismus baut Sätze gleich auf.
  • Weitere Stilmittel: die Synästhesie vermischt Sinne (ein schreiendes Rot, warme Farben); die Ellipse lässt Wörter weg (Je früher, desto besser); der Neologismus ist ein neu erfundenes Wort; die rhetorische Frage erwartet keine Antwort.

Für die Analyse stellst du zwei Fragen. Was ist eigentlich gemeint? (starker Regen, eine laute Klasse). Warum hat der Autor das gewählt? (die Wirkung: lustig, unheimlich, anschaulich, einprägsam). Eine gute Antwort in der Klassenarbeit macht drei Schritte: Stilmittel benennen, Textbeleg zitieren, Wirkung erklären.

Beispiele

Stilmittel Beispiel Was gemeint ist
Vergleich Er rannte wie der Wind. Er rannte sehr schnell.
Metapher Opa hat ein Herz aus Gold. Opa ist sehr gütig.
Personifikation Die alte Treppe stöhnte unter unseren Füßen. Die Treppe knarrte laut.
Hyperbel Dieser Rucksack wiegt eine Tonne! Der Rucksack ist sehr schwer.
Redewendung Er hat Tomaten auf den Augen. Er übersieht etwas Offensichtliches.
Oxymoron Es herrschte eine ohrenbetäubende Stille. Die Stille war so völlig, dass sie beeindruckte.
Lautmalerei Plumps! Der Stein fiel ins Wasser. Plumps ahmt das Geräusch nach.
Alliteration Fischers Fritz fischt frische Fische. Der wiederholte f-Laut macht den Satz zum Zungenbrecher.

Gelöstes Beispiel: Es war, als hätt' der Himmel / Die Erde still geküsst (Joseph von Eichendorff, „Mondnacht“). Hier steckt ein Vergleich (als hätt') und eine Personifikation: Himmel und Erde küssen sich wie Menschen. Gemeint ist eine Nacht, in der Himmel und Erde ganz nah und friedlich wirken. Wirkung: Die Stimmung wird zärtlich, still und fast wie im Traum.

Häufige Fehler

  • Vergleich und Metapher verwechseln. Besser: nach wie, als oder als ob suchen. Steht eins da, ist es ein Vergleich; sonst eine Metapher.
  • Jedes „wie“ für einen Vergleich halten. Wie spät ist es? oder Wie du willst vergleichen nichts.
  • Redewendungen wörtlich nehmen. Jemandem einen Bären aufbinden hat nichts mit Bären zu tun: Es heißt, jemandem eine Lüge zu erzählen.
  • Nur benennen, nicht erklären. „Das ist eine Personifikation“ reicht nicht. Ergänze Bedeutung und Wirkung: „Der Wind heulte wie ein wütendes Tier; dadurch wirkt der Sturm bedrohlich.“

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Wörtlich lesenFrage dich: Kann das Wort für Wort stimmen? Wenn nicht (ein Wecker kann nicht schreien), ist es bildlich gemeint.
  2. Hinweise suchenwie oder als ob deutet auf einen Vergleich; ein Ding, das handelt wie ein Mensch, auf eine Personifikation; eine unmögliche Menge auf eine Hyperbel; Wiederholungen am Versanfang auf eine Anapher.
  3. Stilmittel benennenWähle den genauen Begriff: Vergleich, Metapher, Personifikation, Hyperbel, Antithese, Oxymoron, Anapher, Klimax …
  4. Bedeutung klärenWelche zwei Dinge werden verbunden, und was haben sie gemeinsam? Sag es in einfachen Worten.
  5. Wirkung erklärenWelches Bild oder Gefühl entsteht, und warum hat der Autor das gewählt?

Übungsaufgaben

Benenne das Stilmittel und erkläre es

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Der Schnee war weiß wie Zucker.
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    Mit wie: Vergleich. Der Schnee war sehr weiß und glitzerte.
  2. Mein Rucksack wiegt eine Tonne!
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    Eine unmögliche Menge: Hyperbel. Der Rucksack ist sehr schwer.
  3. Die Blätter tanzten im Wind.
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    Blätter tanzen nicht: Personifikation. Sie bewegten sich leicht und schnell wie Tänzer.
  4. „Summ, summ!“, machten die Bienen am Bienenstock.
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    Summ ahmt das Geräusch nach: Lautmalerei (Onomatopoesie).
  5. Ihre Worte waren Dolche.
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    Worte sind Dolche, ohne wie: Metapher. Ihre Worte taten weh.
  6. Fischers Fritz fischt frische Fische.
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    Gleicher Anfangslaut f: Alliteration.
  7. Es regnet Bindfäden.
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    Eine feste Wendung, nicht wörtlich gemeint: Redewendung. Es regnet sehr stark.
  8. Er rannte wie der Wind.
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    Mit wie: Vergleich. Er rannte sehr schnell.
  9. Das alte Auto hustete und ächzte den Berg hinauf.
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    Autos husten nicht: Personifikation. Das Auto fuhr mühsam und laut bergauf.
  10. Die Prüfung war ein Kinderspiel.
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    Die Prüfung war ein Kinderspiel: Metapher (zugleich eine Redewendung). Sie war sehr leicht.
  11. Ich habe solchen Hunger, ich könnte einen ganzen Ochsen essen!
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    Eine riesige Übertreibung: Hyperbel. Ich bin sehr hungrig.
  12. Nach der Nachricht herrschte eine ohrenbetäubende Stille.
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    Zwei Widersprüche zusammen: Oxymoron. Die Stille war vollkommen und eindrucksvoll.
  13. Wörtlich oder bildlich: „Opa hat ein Herz aus Gold.“
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    Bildlich (Metapher): Opa ist sehr gütig.
  14. Wörtlich oder bildlich: „Der Bäcker schob das Brot in den Ofen.“
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    Wörtlich: Der Satz meint genau, was er sagt.
  15. Finde zwei Stilmittel: „Der Donner murrte wie ein Riese mit Bauchweh.“
    Lösung zeigen
    Murrte ist eine Personifikation; wie ein Riese ist ein Vergleich. Der Donner klang tief, lang und bedrohlich.

Häufige Fragen

Was ist bildliche Sprache einfach erklärt?

Bildliche Sprache benutzt Wörter so, dass sie mehr bedeuten als im Wörterbuch steht, um ein Bild oder Gefühl zu erzeugen. Die Zeit vergeht wie im Flug heißt nicht, dass die Zeit fliegt, sondern dass sie schnell vergeht.

Wie viele Stilmittel gibt es?

Eine feste Zahl gibt es nicht: Lehrbücher zur Rhetorik beschreiben viele Dutzend. In der Schule braucht man meist etwa zwanzig bis dreißig häufige Stilmittel, die wichtigsten stehen auf dieser Seite.

Wie heißt das Stilmittel der Übertreibung?

Hyperbel. Beispiele: Ich warte schon eine Ewigkeit, Das hab ich dir tausendmal gesagt.

Wie heißt das Stilmittel der Wiederholung?

Das hängt davon ab, was wiederholt wird: Wiederholt sich der Anfang von Versen oder Sätzen, ist es eine Anapher; wiederholt sich das Ende, eine Epipher; wiederholt sich der Anfangslaut, eine Alliteration. Eine Aufzählung vieler Begriffe heißt Akkumulation.

Wie heißt das Stilmittel für einen Gegensatz?

Werden zwei gegensätzliche Aussagen gegenübergestellt, ist es eine Antithese (Himmel und Hölle). Stehen zwei widersprüchliche Wörter direkt zusammen, ist es ein Oxymoron (bittersüß).

Wie wirken Stilmittel?

Sie machen einen Text anschaulicher, eindringlicher oder schöner im Klang. Ein Vergleich macht etwas vorstellbar, eine Hyperbel betont, eine Anapher prägt sich ein, eine Antithese zeigt einen Konflikt. Bei der Analyse nennt man immer die konkrete Wirkung im Text.

Warum haben Stilmittel lateinische und griechische Namen?

Sie stammen aus der Rhetorik der Antike, der Redekunst im alten Griechenland und Rom. Metapher kommt vom griechischen Wort für „übertragen“, Hyperbel von „über das Ziel hinaus werfen“. Im Englischen heißt bildliche Sprache figurative language.

Kurzes Quiz

Bildliche Sprache und Stilmittel

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Frage 1 von 4

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Für Erwachsene

Vergleiche (Similes)

Ein Vergleich stellt eine Sache mit "wie" einer anderen gegenüber, wie in "mutig wie ein Löwe" oder "ihre Augen leuchteten wie Sterne".

Sprache und Grammatik · 7–14 Jahre

Metaphern

Eine Metapher beschreibt etwas, indem sie sagt, es sei etwas anderes, ohne "wie" zu benutzen. Zum Beispiel "Das Klassenzimmer war ein Zoo" oder "Zeit ist ein Dieb".

Sprache und Grammatik · 8–16 Jahre

Personifikation

Personifikation gibt Dingen, die keine Menschen sind, menschliche Eigenschaften oder Handlungen, wie in "Der Wind heulte" oder "Die Sonne lächelte auf uns herab".

Sprache und Grammatik · 7–16 Jahre

Alliteration

Eine Alliteration entsteht, wenn mehrere Wörter dicht beieinander mit demselben Laut beginnen, zum Beispiel „Fischers Fritze fischt frische Fische“. Das klingt eingängig.

Sprache und Grammatik · 5–14 Jahre

Überzeugungstechniken

Überzeugungstechniken sind Mittel, um ein Publikum zu gewinnen, etwa die rhetorische Frage, gefühlsbetonte Sprache, Fakten, die Dreierfigur sowie Ethos, Pathos und Logos.

Sprache und Grammatik · 10–16 Jahre

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