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Lerntechniken

Was ist aktives Abrufen beim Lernen?

Kurze Antwort

Aktives Abrufen heißt, dich selbst abzufragen und Wissen aus dem Gedächtnis zu holen, statt nur nochmal zu lesen. Es ist eine der am besten belegten Lernmethoden.

9–16 JahreWeiterführende Schule

In einem Satz

Aktives Abrufen heißt, dir selbst Fragen zu stellen und aus dem Gedächtnis zu antworten, statt nur deine Notizen nochmal zu lesen.

Erklärt

Jedes Mal, wenn du dir ein Wissen aus dem Gedächtnis holst, findest du es beim nächsten Mal leichter wieder. Fachleute sprechen vom Abrufeffekt (englisch retrieval practice oder testing effect). Er wird seit über hundert Jahren in Labors und Klassenzimmern untersucht. In vielen Versuchen konnten sich Schülerinnen und Schüler, die sich selbst abfragten, nach einer Woche an mehr erinnern als solche, die die gleiche Zeit mit Nochmal-Lesen verbracht hatten.

Nochmal-Lesen und Markieren fühlen sich nützlich an, weil dir die Seite bekannt vorkommt. Aber bekannt ist nicht dasselbe wie gemerkt. In der Klassenarbeit liegt die Seite nicht vor dir, du musst das Wissen abrufen. Genau das übst du beim aktiven Abrufen.

Selbst-Abfragen fühlt sich oft schwerer und langsamer an als Lesen, und du wirst Fehler machen. Das ist normal und gehört dazu. Wichtig ist, dass du deine Antworten sofort kontrollierst, damit du Fehler verbesserst, statt sie dir zu merken.

Am besten wirkt aktives Abrufen zusammen mit dem verteilten Wiederholen: Du fragst denselben Stoff nach ein paar Tagen und dann nach einer Woche noch einmal ab. Das ist eine starke Lerngewohnheit, aber kein Zaubertrick, denn das Thema musst du vorher verstehen. Die britische Education Endowment Foundation hat die Studien zu Abrufen und verteiltem Lernen ausgewertet; ihre Zusammenfassung (auf Englisch) kannst du lesen.

  • Heft
  • Bleistift
  • Buch
  • Uhr
Buch zu, Stift in die Hand, und dann schauen, was du noch weißt.

Beispiele

  • Gedächtnis-Dump: Klapp deine Notizen zu und schreib fünf Minuten lang alles auf, was du über Photosynthese weißt. Dann schlag nach und ergänze Lücken in einer anderen Farbe.
  • Karteikarten: vorne die Frage, hinten die Antwort. Sag die Antwort, bevor du umdrehst.
  • Alte Aufgaben: Beantworte Aufgaben aus früheren Tests ohne Hilfsmittel und kontrolliere sie danach.
  • Erklären: Erkläre ein Thema laut einer Freundin, deinen Eltern oder sogar dem Haustier, ohne zu spicken.
  • Leeres Schaubild: Zeichne das Herz oder den Wasserkreislauf aus dem Kopf und beschrifte es.

Häufige Fehler

  • Zu früh nachschauen. Gib dir einen echten Versuch, bevor du kontrollierst, auch wenn du unsicher bist.
  • Nur abfragen, was du schon kannst. Verbringe die meiste Zeit mit den Karten und Fragen, bei denen du Fehler machst.
  • Antworten nicht kontrollieren. Abfragen ohne Rückmeldung kann Fehler festigen.
  • Alle Tests auf einen Abend packen. Verteile sie über Tage und Wochen.

Kurzes Quiz

Aktives Abrufen

Teste dein Wissen mit 4 kurzen Fragen.

Frage 1 von 4

Was ist aktives Abrufen?

Üben

Probier es aus

Karteikarten zum Selbsttest

11–14 Jahre

Englisch · + Essen, Schule, Körper, Tage, Kleidung, Zuhause

11–14 Jahre

Spanisch · + Essen, Schule, Körper, Tage, Kleidung, Zuhause

11–14 Jahre

Französisch · + Essen, Schule, Körper, Tage, Kleidung, Zuhause

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