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Naturwissenschaften

Was ist der Gesteinskreislauf und wie funktioniert er?

Kurze Antwort

Der Gesteinskreislauf ist der langsame, endlose Vorgang, bei dem Gesteine sich ineinander umwandeln. Magmatische, Sediment- und metamorphe Gesteine schmelzen, verwittern, werden versenkt und gepresst.

10–14 JahreWeiterführende Schule

In einem Satz

Der Gesteinskreislauf ist die Art, wie die Erde ihre Gesteine wiederverwertet: Über Millionen Jahre kann jedes Gestein schmelzen, zerfallen, versenkt oder zusammengepresst werden, bis es zu einer anderen Gesteinsart wird.

Erklärt

Gesteine wirken wie das Beständigste auf der Erde, doch sie verändern sich ständig, nur sehr langsam. Ein Sandkorn am Strand war vielleicht einmal Teil eines Gebirges, und irgendwann wird es vielleicht wieder Teil eines Gebirges sein. Der Gesteinskreislauf fasst die Vorgänge zusammen, die das Material der Erde zwischen den drei großen Gruppen von Gesteinen hin und her bewegen.

  • Vulkan
  • Stein
  • Berg
Vulkane bilden neues magmatisches Gestein, Regen und Flüsse tragen Gebirge ab, und begrabene Schichten werden zu neuem Gestein.

Magmatische Gesteine (Magmatite) entstehen, wenn geschmolzenes Gestein abkühlt und fest wird. In der Tiefe heißt die Gesteinsschmelze Magma, an der Oberfläche Lava. Magma, das tief unten langsam abkühlt, hat Zeit, große Kristalle zu bilden, wie beim Granit (ein Tiefengestein oder Plutonit). Lava, die an Vulkanen an der Oberfläche schnell abkühlt, bildet winzige Kristalle, wie beim Basalt (ein Ergussgestein oder Vulkanit). Kühlt sie fast schlagartig ab, entsteht glasiger Obsidian, und schaumige Lava voller Gasblasen wird zu Bimsstein, der schwimmen kann.

Sedimentgesteine entstehen aus Bruchstücken anderer Gesteine. Regen, Wind, Frost und Temperaturwechsel zerlegen Gestein in kleine Teile (Verwitterung). Flüsse, Wind, Gletscher und das Meer tragen sie fort (Abtragung oder Erosion, und Transport). Wo das Wasser langsamer wird, setzen sich die Teilchen in Schichten ab (Ablagerung oder Sedimentation), oft am Grund eines Sees oder Meeres. Mit der Zeit drücken die oberen Schichten die unteren zusammen (Verdichtung), und im Wasser gelöste Minerale verkitten die Körner (Zementation). So entstehen Sandstein, Tonstein, Kalkstein und Kreide. Sedimentgesteine sind oft geschichtet, und in ihnen findet man die meisten Fossilien.

Metamorphe Gesteine (Metamorphite) entstehen, wenn ein vorhandenes Gestein in der Tiefe durch große Hitze und hohen Druck umgewandelt wird, ohne zu schmelzen. Seine Minerale ordnen sich zu neuen Kristallen, oft in Bändern. Aus Kalkstein wird Marmor, aus Tonstein Tonschiefer, aus Sandstein Quarzit, und aus Granit kann Gneis werden.

Wird irgendein Gestein heiß genug, um zu schmelzen, wird es wieder zu Magma, und beim Abkühlen geht der Kreislauf weiter. Die Bewegungen der Erdplatten ziehen Gestein in die Tiefe, wo es schmilzt oder gepresst wird, und heben begrabenes Gestein zu Gebirgen empor (Hebung), wo die Verwitterung von Neuem beginnt.

Der Kreislauf hat keine feste Reihenfolge und keinen Anfang. Ein magmatisches Gestein kann verwittern und zu Sediment werden, sich in ein metamorphes Gestein umwandeln oder wieder schmelzen, und für die beiden anderen Gruppen gilt dasselbe. Zwei Energiequellen treiben alles an: die innere Wärme der Erde, die Gestein schmilzt, presst und die Platten bewegt, und die Energie der Sonne, die Wetter, Regen und Flüsse antreibt, die Gestein abtragen. Die Schwerkraft zieht die Bruchstücke bergab.

Beispiele

Gestein Art Wie es entstand
Granit magmatisch (Tiefengestein) Magma langsam in der Tiefe abgekühlt: große Kristalle
Basalt magmatisch (Ergussgestein) Lava schnell an der Oberfläche abgekühlt: winzige Kristalle
Obsidian magmatisch (Ergussgestein) Lava so schnell abgekühlt, dass Glas entstand
Sandstein Sedimentgestein Sandkörner verdichtet und verkittet
Kalkstein, Kreide Sedimentgestein vor allem Schalen und Skelette von Meereslebewesen
Marmor metamorph Kalkstein, umgewandelt durch Hitze und Druck
Tonschiefer metamorph Tonstein, umgewandelt durch Druck

Eine ganze Runde: Granit in einem Gebirge verwittert zu Sand, ein Fluss bringt den Sand ins Meer, die Schichten werden zu Sandstein, der Sandstein wird versenkt und zu Quarzit erhitzt, und wenn er tief genug sinkt, schmilzt er zu Magma, das wieder zu Granit erstarren kann.

Häufige Fehler

  • „Der Kreislauf geht immer magmatisch, Sediment, metamorph.“ Es gibt keine feste Reihenfolge. Die Pfeile zeigen in viele Richtungen: Ein metamorphes Gestein kann zum Beispiel direkt zu Sediment verwittern.
  • „Metamorphes Gestein ist geschmolzenes Gestein.“ Metamorphes Gestein wandelt sich im festen Zustand um. Schmilzt es, wird es zu Magma und dann zu magmatischem Gestein.
  • „Verwitterung und Erosion sind dasselbe.“ Verwitterung zerkleinert das Gestein an Ort und Stelle; Erosion trägt die Bruchstücke fort.
  • „Lava und Magma sind verschiedene Stoffe.“ Es ist dieselbe Gesteinsschmelze: Magma in der Tiefe, Lava, sobald sie austritt.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Drei Kästen zeichnenVerteile Kästen für magmatisches Gestein, Sedimentgestein und metamorphes Gestein und ergänze zwei weitere: Magma und Sediment.
  2. Schmelzen und AbkühlenPfeil von jeder Gesteinsart zum Magma: „Schmelzen“. Pfeil vom Magma zum magmatischen Gestein: „Abkühlen und Erstarren“.
  3. Verwitterung und AbtragungPfeil von jeder Gesteinsart zum Sediment: „Verwitterung und Abtragung“.
  4. Neues Gestein bildenPfeil vom Sediment zum Sedimentgestein: „Verdichtung und Verkittung“.
  5. Hitze und DruckPfeile vom magmatischen Gestein und vom Sedimentgestein zum metamorphen Gestein: „Hitze und Druck“.
  6. Kreisläufe prüfenJeder Kasten braucht Pfeile hinein und hinaus: Das zeigt, dass es wirklich ein Kreislauf ist.

Ein Modell für zu Hause: Raspel alte Wachsmalstifte zu Spänen (Verwitterung), presse die Späne in Alufolie (Verdichtung, ein „Sediment“-Stift), presse sie warm (Hitze und Druck, „metamorph“), und schmilz sie und lass sie abkühlen (ein „magmatischer“ Stift). Das Schmelzen übernimmt ein Erwachsener.

Übungsaufgaben

Fragen zum Gesteinskreislauf

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Ein Gestein hat große, ineinander verzahnte Kristalle, die man gut sieht. Welche Art ist es und wie entstand es?
    Lösung zeigen
    Magmatisch, aus Magma, das langsam in der Tiefe abkühlte (wie Granit).
  2. Basalt hat Kristalle, die zu klein zum Sehen sind. Warum?
    Lösung zeigen
    Die Lava kühlte schnell an der Oberfläche ab, die Kristalle hatten keine Zeit zu wachsen.
  3. Ein Gestein besteht aus gerundeten Körnern in Schichten und enthält eine fossile Muschel. Welche Art ist es?
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    Sedimentgestein
  4. Was wird aus Kalkstein unter Hitze und Druck?
    Lösung zeigen
    Marmor
  5. Was wird aus Tonstein unter Druck?
    Lösung zeigen
    Tonschiefer
  6. Welches metamorphe Gestein entsteht aus Sandstein?
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    Quarzit
  7. Welche zwei Vorgänge machen aus Sedimentschichten Gestein?
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    Verdichtung und Verkittung (Zementation)
  8. Was ist der Unterschied zwischen Verwitterung und Erosion?
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    Verwitterung zerkleinert das Gestein an Ort und Stelle; Erosion trägt die Teile fort.
  9. Wie kann ein metamorphes Gestein zu einem magmatischen werden?
    Lösung zeigen
    Es muss zu Magma schmelzen und dann abkühlen und erstarren.
  10. Kann ein magmatisches Gestein zu einem Sedimentgestein werden? Wie?
    Lösung zeigen
    Ja: Verwitterung, Abtragung, Ablagerung, dann Verdichtung und Verkittung.
  11. Warum ist Obsidian glasig und ohne Kristalle?
    Lösung zeigen
    Die Lava kühlte so schnell ab, dass sich keine Kristalle bilden konnten.
  12. Bring in die richtige Reihenfolge: Verdichtung, Verwitterung, Ablagerung, Abtragung, Verkittung.
    Lösung zeigen
    Verwitterung, Abtragung, Ablagerung, Verdichtung, Verkittung
  13. Warum gibt es in magmatischen Gesteinen fast nie Fossilien?
    Lösung zeigen
    Das Gestein war geschmolzen, und die Hitze zerstört alle Überreste.
  14. Nenne die zwei Energiequellen, die den Gesteinskreislauf antreiben.
    Lösung zeigen
    Die innere Wärme der Erde und die Energie der Sonne (dazu die Schwerkraft, die Material bergab bewegt).

Sachaufgaben

Der Gesteinskreislauf um dich herum

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Eine Küchenarbeitsplatte ist aus Granit mit großen, gesprenkelten Kristallen. Was verrät das über ihren Entstehungsort?
    Lösung zeigen
    Sie kühlte langsam tief in der Erde aus Magma ab.
  2. Im Elbsandsteingebirge ragen Felstürme aus Sandstein empor, die Wind und Wasser geformt haben. Welche Gesteinsart ist Sandstein, und welche Vorgänge formten die Türme?
    Lösung zeigen
    Sedimentgestein; geformt durch Verwitterung und Abtragung.
  3. Die Kreidefelsen auf Rügen bestehen aus Kreide, also aus winzigen Kalkplättchen von mikroskopisch kleinem Meeresplankton. Welche Gesteinsart ist Kreide?
    Lösung zeigen
    Sedimentgestein
  4. An der Mosel und im Hunsrück werden Dächer mit Schiefer gedeckt. Dieser Tonschiefer war früher Tonstein. Welche Gesteinsart ist er, und was hat ihn verändert?
    Lösung zeigen
    Metamorph; verändert durch Druck (und Hitze) in der Tiefe.
  5. Wenn sich am Grund eines Sees jedes Jahr 2 mm Schlamm ablagern, wie dick ist die Schicht nach 1000 Jahren?
    Lösung zeigen
    2 × 1000 = 2000 mm = 2 Meter: Deshalb dauert es so lange, bis Gesteinsschichten entstehen.

Häufige Fragen

Was ist der Gesteinskreislauf, einfach erklärt?

Er ist die Art, wie die Erde Gestein wiederverwertet. Gesteine schmelzen, zerfallen in Stücke, werden begraben und gepresst, und so wird mit der Zeit aus jeder Gesteinsart eine andere.

Wie funktioniert der Gesteinskreislauf?

Durch Vorgänge, die die drei Gesteinsgruppen verbinden: Schmelzen und Erstarren (magmatische Gesteine), Verwitterung, Abtragung, Ablagerung, Verdichtung und Verkittung (Sedimentgesteine), Hitze und Druck (metamorphe Gesteine) und die Hebung, die Gestein wieder an die Oberfläche bringt.

Wie lange dauert der Gesteinskreislauf?

Meist Millionen von Jahren. Manche Schritte gehen schnell (Lava kann in Stunden oder Tagen erstarren), aber ein Gebirge abzutragen oder Gestein zu versenken und umzuwandeln dauert sehr viel länger.

Wo beginnt der Gesteinskreislauf?

Er hat weder Anfang noch Ende. Fachleute nehmen an, dass die ersten Gesteine der Erde magmatisch waren, entstanden beim Abkühlen des jungen, glutflüssigen Planeten, aber heute wandelt sich jede Gesteinsart weiter in die anderen um.

Was hat der Gesteinskreislauf mit der Plattentektonik zu tun?

Die Bewegung der Erdplatten liefert die Wege nach unten und oben: Platten tauchen ab, wo Gestein schmilzt oder umgewandelt wird, und Platten stoßen zusammen, wo Gebirge gehoben werden.

Warum ist der Gesteinskreislauf wichtig?

Er erzeugt den Boden, in dem Pflanzen wachsen, Bausteine wie Granit, Sandstein und Schiefer und die Sedimentschichten, die Fossilien bewahren und von der Vergangenheit der Erde erzählen.

Kurzes Quiz

Der Gesteinskreislauf

Teste dein Wissen mit 5 kurzen Fragen.

Frage 1 von 5

Welche Gesteinsart entsteht, wenn Magma oder Lava abkühlt und erstarrt?

Üben

Probier es aus

Schritt für Schritt üben im ganzen Kurs: Naturwissenschaften · Klasse 7

Für Erwachsene

Gesteine

Gesteine sind natürliche feste Stoffe aus Mineralen. Es gibt drei Arten: magmatisch (erstarrte Schmelze), sedimentär (verfestigte Ablagerungen) und metamorph (durch Hitze und Druck verändert).

Naturwissenschaften · 6–12 Jahre

Vulkane

Ein Vulkan ist eine Öffnung in der Erdkruste, aus der heißes geschmolzenes Gestein, Gase und Asche austreten. Mit der Zeit kann abgekühlte Lava mit Asche einen Berg aufbauen.

Erdkunde · 6–11 Jahre

Plattentektonik

Die Plattentektonik besagt, dass die äußere Schale der Erde in riesige Platten zerbrochen ist, die sich langsam bewegen. Wo sie aufeinandertreffen, entstehen Gebirge, Erdbeben und Vulkane.

Naturwissenschaften · 9–14 Jahre

Fossilien

Fossilien sind erhaltene Überreste oder Spuren von Pflanzen und Tieren, die vor langer Zeit lebten, meist in Sedimentgestein. Sie zeigen, wie sich das Leben auf der Erde verändert hat.

Naturwissenschaften · 6–13 Jahre

Verwitterung und Erosion

Verwitterung zerkleinert oder verändert Gestein an Ort und Stelle. Erosion trägt die Bruchstücke ab und transportiert sie mit Wasser, Wind, Eis oder Schwerkraft, bis sie anderswo abgelagert werden.

Naturwissenschaften · 8–13 Jahre

Beschleunigung

Die Beschleunigung gibt an, wie schnell sich die Geschwindigkeit ändert. a = Δv : Δt, Geschwindigkeitsänderung durch Zeit, gemessen in Metern pro Sekunde zum Quadrat (m/s²).

Naturwissenschaften · 13–16 Jahre

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