Sprache und Grammatik
Was ist die indirekte Rede, und wie bildet man sie mit dem Konjunktiv I?
Kurze Antwort
Die direkte Rede gibt Worte wörtlich in Anführungszeichen wieder. Die indirekte Rede berichtet sie ohne Anführungszeichen, meist im Konjunktiv I, zum Beispiel „Er sagt, er sei müde“.
In einem Satz
Die direkte Rede gibt die Worte eines Menschen wörtlich in Anführungszeichen wieder; die indirekte Rede berichtet, was jemand gesagt hat, ohne Anführungszeichen und meist im Konjunktiv I.
Erklärt
Es gibt zwei Möglichkeiten, wiederzugeben, was Tom gesagt hat:
- Direkte Rede: Tom sagt: „Ich bin müde.“ Das sind Toms genaue Worte, in Anführungszeichen.
- Indirekte Rede: Tom sagt, er sei müde. Keine Anführungszeichen. Du berichtest, was Tom gesagt hat, aus deiner Sicht.
Mund
Ohr
Handy
Am Anfang steht ein Redeeinleitungsverb: sagen, fragen, antworten, erklären, behaupten, rufen. Die indirekte Rede ist ein Nebensatz, entweder mit dass (Verb am Ende) oder ohne dass (Verb an zweiter Stelle): Er sagt, dass er müde sei. oder Er sagt, er sei müde.
Das Besondere im Deutschen ist der Konjunktiv I. Er zeigt: Das ist nicht meine Meinung, ich gebe nur wieder, was jemand anderes gesagt hat. Deshalb steht er besonders oft in Zeitungen, Nachrichten und Berichten.
So bildest du den Konjunktiv I: Infinitivstamm + Endung -e, -est, -e, -en, -et, -en.
| Person | kommen | haben | sein | können |
|---|---|---|---|---|
| ich | komme | habe | sei | könne |
| du | kommest | habest | sei(e)st | könnest |
| er/sie/es | komme | habe | sei | könne |
| wir | kommen | haben | seien | können |
| ihr | kommet | habet | seiet | könnet |
| sie | kommen | haben | seien | können |
Am wichtigsten ist die 3. Person Singular (er komme, sie habe, es sei), weil man meist über andere berichtet.
Die Ersatzregel: Wenn der Konjunktiv I genauso aussieht wie der Indikativ (sie haben, wir kommen), nimmt man den Konjunktiv II (sie hätten, wir kämen). Klingt auch der zu altmodisch oder gleicht dem Präteritum, nimmt man würde + Infinitiv.
Die Zeit hängt nicht vom Einleitungsverb ab, sondern davon, was gesagt wurde:
- Gegenwart: „Ich bin krank.“ → Er sagte, er sei krank.
- Vergangenheit (alle Vergangenheitsformen): „Ich war krank / bin krank gewesen.“ → Er sagte, er sei krank gewesen.
- Zukunft: „Ich werde kommen.“ → Er sagte, er werde kommen.
Außerdem ändern sich Pronomen (ich → er, mein → sein) und oft Orts- und Zeitangaben: heute → an diesem Tag, morgen → am nächsten Tag, gestern → am Vortag, hier → dort, jetzt → in diesem Moment.
Fragen werden mit ob (Ja/Nein-Fragen) oder dem Fragewort eingeleitet: Er fragte, ob sie Zeit habe. Aufforderungen bildet man mit sollen (Befehl) oder mögen (Bitte): Sie sagte, ich solle die Tür schließen.
Im Englischen funktioniert die indirekte Rede anders: Dort gibt es keinen Konjunktiv, sondern man verschiebt die Zeit eine Stufe zurück (He said he was tired). Mehr zu den Zeitformen findest du bei der Vergangenheit.
Beispiele
| Direkte Rede | Indirekte Rede |
|---|---|
| „Ich gehe in den Park“, sagt Mia. | Mia sagt, sie gehe in den Park. |
| „Wir haben gewonnen“, sagten sie. | Sie sagten, sie hätten gewonnen. |
| „Ich sehe dich morgen“, sagte Jan zu mir. | Jan sagte, er sehe mich am nächsten Tag. |
| „Kannst du mir helfen?“, fragte Opa. | Opa fragte, ob ich ihm helfen könne. |
| „Wie spät ist es?“, fragte sie. | Sie fragte, wie spät es sei. |
| „Fasst das nicht an!“, sagte Mama zu uns. | Mama sagte, wir sollten das nicht anfassen. |
Beispiel mit Lösung: „Ich habe mein Handy hier verloren“, sagte Leo. Pronomen: ich, mein → er, sein. Zeit: Vergangenheit → Konjunktiv I habe … verloren. Ort: hier → dort. Ergebnis: Leo sagte, er habe sein Handy dort verloren.
Häufige Fehler
- Konjunktiv II ohne Grund. In Er sagt, er hätte keine Zeit ist die Ersatzform nicht nötig, denn der Konjunktiv I habe unterscheidet sich vom Indikativ hat. Richtig: Er sagt, er habe keine Zeit.
- Wortstellung mit dass. Er sagt, dass er sei krank ist falsch. Mit dass steht das Verb am Ende: dass er krank sei. Ohne dass: er sei krank.
- Pronomen nicht ändern. Tom sagt, ich sei müde bedeutet, dass ich müde bin, nicht Tom.
- Fragezeichen bei indirekten Fragen. Sie fragte, ob er komme? Richtig ist ein Punkt: Sie fragte, ob er komme.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt
- Einleitungsverb wählensagen für Aussagen, fragen für Fragen, auffordern oder sagen für Befehle. Komma dahinter.
- Pronomen anpassenich, mein, wir, du werden aus Sicht des Berichtenden ersetzt.
- Konjunktiv I bildenStamm + -e (er komme, sie habe, es sei). Vergangenheit: sei/habe + Partizip. Zukunft: werde + Infinitiv.
- Ersatzregel prüfenSieht die Form wie der Indikativ aus, nimm den Konjunktiv II (hätten, kämen) oder würde + Infinitiv.
- Zeit und Ort anpassenmorgen → am nächsten Tag, hier → dort. Anführungszeichen weglassen. Fragen mit ob oder Fragewort, Befehle mit sollen.
Übungsaufgaben
Indirekte Rede
Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.
- „Ich bin müde“, sagt Tom.
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Tom sagt, er sei müde. - „Ich habe Hunger“, sagt Ana.
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Ana sagt, sie habe Hunger. - „Ich kann schwimmen“, sagte Leo.
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Leo sagte, er könne schwimmen. - „Ich werde dich morgen anrufen“, sagte Mama zu mir.
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Mama sagte, sie werde mich am nächsten Tag anrufen. - „Wir haben das Spiel gewonnen“, sagten sie.
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Konjunktiv I haben = Indikativ, also Konjunktiv II: Sie sagten, sie hätten das Spiel gewonnen. - „Ich war gestern im Kino“, erzählte Paul.
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Paul erzählte, er sei am Vortag im Kino gewesen. - „Wo wohnt Lena?“, fragte er.
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Er fragte, wo Lena wohne. - „Hast du Hunger?“, fragte Papa Mia.
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Papa fragte Mia, ob sie Hunger habe. - „Schließ die Tür!“, sagte die Lehrerin zu Sam.
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Die Lehrerin sagte zu Sam, er solle die Tür schließen. - „Lauft nicht!“, rief der Bademeister den Kindern zu.
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sie sollen = Indikativ, also Konjunktiv II: Er rief ihnen zu, sie sollten nicht laufen. - „Hier ist es kalt“, sagte Lucía.
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Lucía sagte, dort sei es kalt. - „Die Kinder kommen um acht“, sagt die Trainerin.
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sie kommen = Indikativ: Die Trainerin sagt, die Kinder kämen um acht (oder: würden um acht kommen). - Bilde den Konjunktiv I: er (gehen), sie (sein, Singular), es (geben).
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er gehe, sie sei, es gebe - Setze in die direkte Rede: Priya sagte, sie habe ihre Schlüssel verloren.
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Priya sagte: „Ich habe meine Schlüssel verloren.“ - „Wir müssen jetzt gehen“, sagten die Gäste.
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sie müssen = Indikativ: Die Gäste sagten, sie müssten in diesem Moment gehen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Rede?
Die direkte Rede gibt Worte wörtlich mit Anführungszeichen wieder: Sie sagt: „Ich komme.“ Die indirekte Rede berichtet sie ohne Anführungszeichen, mit angepassten Pronomen und meist im Konjunktiv I: Sie sagt, sie komme.
Wann benutzt man Konjunktiv I, wann Konjunktiv II?
Konjunktiv I ist die Normalform der indirekten Rede. Konjunktiv II nimmt man als Ersatz, wenn der Konjunktiv I nicht vom Indikativ zu unterscheiden ist (sie haben → sie hätten).
Muss man in der indirekten Rede immer den Konjunktiv benutzen?
In Aufsätzen, Inhaltsangaben und Berichten ja, das wird erwartet. In der Alltagssprache hört man oft den Indikativ (Er sagt, dass er krank ist) oder würde; das ist umgangssprachlich, aber verständlich.
Wie wird die indirekte Rede in der Vergangenheit gebildet?
Mit sei oder habe + Partizip II, egal ob im Original Präteritum, Perfekt oder Plusquamperfekt stand: „Ich ging nach Hause.“ → Er sagte, er sei nach Hause gegangen.
Wie funktioniert die indirekte Rede im Englischen?
Im Englischen (reported speech) gibt es keinen Konjunktiv. Stattdessen rückt die Zeit nach einem Einleitungsverb in der Vergangenheit eine Stufe zurück: "I am tired." → He said he was tired.
Wie funktioniert die indirekte Rede im Französischen?
Auch dort verschiebt man die Zeiten (concordance des temps): « Je suis fatigué. » → Il a dit qu'il était fatigué. Einen Konjunktiv für die indirekte Rede wie im Deutschen gibt es nicht.
Kurzes Quiz
Indirekte Rede (mit Konjunktiv I)
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Frage 1 von 4
Welcher Satz steht in indirekter Rede?
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Inverted commas (auch speech marks oder quotation marks) stehen im Englischen um die genauen Worte, die jemand sagt, wie in "Come here," said Mum. Die Regeln unterscheiden sich vom Deutschen.
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Das Past Tense ist die englische Verbform für Dinge, die schon passiert sind, wie walked, ate oder was playing. Regelmäßige Verben bekommen -ed, unregelmäßige ändern sich anders.
Pronouns (Pronomen im Englischen)
Ein Pronomen steht für ein Nomen, damit man es nicht wiederholen muss, wie he, she, it, they, we, me, mine oder who. Es geht um Englisch.
Verben (Tuwörter)
Ein Verb ist ein Wort für eine Tätigkeit (laufen, essen, schreiben) oder einen Zustand (sein, scheinen, wissen). Fast jeder Satz hat eins, und Verben ändern sich, um die Zeit zu zeigen.
Aktiv und Passiv
Im Aktiv steht im Mittelpunkt, wer handelt (Der Hund jagt den Ball). Im Passiv steht im Mittelpunkt, was geschieht (Der Ball wird vom Hund gejagt): werden + Partizip II.
Der Parallelismus (paralleler Satzbau)
Ein Parallelismus wiederholt denselben Satzbau in aufeinanderfolgenden Sätzen oder Satzteilen. Er ist ein Stilmittel und zugleich eine Schreibregel, nach der Gleichrangiges gleich gebaut wird.