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Naturwissenschaften

Was ist eine Nahrungskette?

Kurze Antwort

Eine Nahrungskette zeigt, wer in der Natur wen frisst. Sie beginnt bei einer Pflanze, die ihre Nahrung selbst herstellt, und folgt der Energie von einem Lebewesen zum nächsten.

6–11 JahreGrundschule

In einem Satz

Eine Nahrungskette zeigt, wer in der Natur wen frisst, zum Beispiel Gras → Hase → Fuchs. Sie beginnt fast immer mit einer Pflanze, die ihre Nahrung selbst herstellt, und folgt der Energie von einem Lebewesen zum nächsten.

Erklärt

Was ist eine Nahrungskette?

Jedes Tier braucht Nahrung für Energie. Aber woher kommt diese Energie ursprünglich? Fast immer beginnt sie bei der Sonne. Pflanzen fangen Sonnenlicht ein und stellen damit durch Photosynthese ihre eigene Nahrung her. Deshalb heißen Pflanzen Produzenten (Erzeuger).

Tiere können ihre Nahrung nicht selbst herstellen, sie sind Konsumenten (Verbraucher). Ein Hase frisst Gras und bekommt so einen Teil der Energie, die das Gras gespeichert hat. Ein Fuchs frisst den Hasen, und die Energie wandert weiter. Wir zeichnen das so:

Gras → Hase → Fuchs

Die Pfeile zeigen, wohin die Energie geht. Lies einen Pfeil am besten als „wird gefressen von“.

Die Glieder einer Nahrungskette

Jedes Lebewesen in der Kette heißt Glied. Die Glieder haben feste Namen:

Glied Was es frisst Beispiel
Produzent stellt seine Nahrung selbst her Gras, Blätter, Algen
Erstkonsument (Pflanzenfresser) frisst den Produzenten Hase, Raupe, Heuschrecke
Zweitkonsument (Fleischfresser) frisst den Erstkonsumenten Frosch, Meise
Endkonsument steht am Ende der Kette und wird meist von keinem Tier gejagt Storch, Wolf, Uhu

Manche Tiere fressen Pflanzen und Tiere. Das sind Allesfresser, zum Beispiel Wildschweine, Bären und auch wir Menschen.

Eine Nahrungskette aufschreiben

Schritt für Schritt

  1. Wähle einen LebensraumZum Beispiel eine Wiese, einen Wald oder einen Teich.
  2. Beginne mit dem ProduzentenSchreib eine Pflanze an den Anfang: Gras.
  3. Frag: Wer frisst das?Eine Heuschrecke frisst Gras: Gras → Heuschrecke.
  4. Frag weiterEin Frosch frisst die Heuschrecke, ein Storch den Frosch: Gras → Heuschrecke → Frosch → Storch.
  5. Prüfe die PfeileJeder Pfeil zeigt vom Gefressenen zum Fresser.

Warum es oben weniger Tiere gibt

Stell dir Energie wie einen Eimer Wasser vor, der in einer Reihe von Menschen weitergereicht wird und bei jedem Schritt etwas überschwappt. Jedes Tier verbraucht den größten Teil seiner Energie, um sich zu bewegen, zu wachsen und warm zu bleiben. Oft wird nur etwa ein Zehntel an das nächste Glied weitergegeben. Deshalb gibt es immer viel mehr Pflanzen als Hasen und mehr Hasen als Füchse. Zeichnet man die Mengen übereinander, entsteht eine Form wie eine Pyramide: unten breit, oben schmal.

Von der Kette zum Netz

Echte Tiere fressen vieles. Eine Maus frisst Samen, Beeren und Insekten, und sie wird von Füchsen, Eulen, Bussarden und Katzen gejagt. Verbindet man viele Nahrungsketten, entsteht ein Nahrungsnetz. Fällt ein Glied weg, spüren das die anderen: Gibt es zum Beispiel weniger Füchse, kann es mehr Hasen geben, und die fressen dann mehr Pflanzen. Alle Lebewesen eines Lebensraums hängen so zusammen, sie bilden ein Ökosystem.

Die Zersetzer

Am Ende jeder Kette stehen die Zersetzer: Regenwürmer, Asseln, Pilze und Bakterien. Sie bauen tote Pflanzen und Tiere, Laub und Kot ab. Dabei entstehen Nährstoffe im Boden, mit denen neue Pflanzen wachsen können. So schließt sich der Kreis.

Illustration: Im Wald ernähren Blätter Raupen, Raupen ernähren Vögel, und Vögel ernähren vielleicht Eulen oder Füchse.
Im Wald ernähren Blätter Raupen, Raupen ernähren Vögel, und Vögel ernähren vielleicht Eulen oder Füchse.

Beispiele

  • Garten: Salat → Schnecke → Drossel → Katze
  • Wiese: Gras → Heuschrecke → Frosch → Storch
  • Wald: Blätter → Raupe → Meise → Sperber
  • Acker: Getreide → Feldmaus → Mäusebussard
  • Teich: Wasserpflanze → Kaulquappe → Fisch → Reiher
  • Nordsee: Plankton → Hering → Seehund
  • Ozean: winzige Algen → Krill → Wal
  • Savanne: Gras → Zebra → Löwe

Einige nützliche Wörter:

Wort Bedeutung Beispiel
Produzent stellt seine Nahrung selbst her Gras
Pflanzenfresser frisst nur Pflanzen Hase
Räuber jagt andere Tiere Fuchs
Beute wird gejagt Hase
Zersetzer baut Totes ab Wurm, Pilze

Häufige Fehler

  • Die Pfeile verkehrt herum zeichnen. Der Pfeil zeigt zum Fresser: Gras → Hase und nicht Hase → Gras.
  • Mit einem Tier beginnen. Nahrungsketten beginnen mit einem Produzenten, meist einer grünen Pflanze oder Algen.
  • Glauben, dass Tiere nur eine Sache fressen. Echte Tiere fressen vieles, deshalb verbinden sich Nahrungsketten zu einem größeren Netz, dem Nahrungsnetz.
  • Glauben, ein Tier sei entweder Räuber oder Beute. Die Meise ist Räuber, wenn sie eine Raupe frisst, und Beute, wenn ein Sperber sie jagt.
  • Zersetzer vergessen. Wenn Lebewesen sterben, bauen Würmer, Pilze und Bakterien sie ab und bringen Nährstoffe in den Boden zurück.

Kurzes Quiz

Nahrungsketten

Teste dein Wissen mit 4 kurzen Fragen.

Frage 1 von 4

Was steht am Anfang fast jeder Nahrungskette?

Üben

Probier es aus

Teste dich selbst. Die Lösungen stehen darunter.

  1. Bring in die richtige Reihenfolge: Fuchs, Gras, Hase.
  2. Wer ist in Blätter → Raupe → Meise → Sperber der Produzent?
  3. Welches Tier ist in dieser Kette Räuber und Beute zugleich?
  4. Warum gibt es in einem Wald weniger Füchse als Hasen?
  5. Welche Aufgabe hat ein Regenwurm?

Lösungen: 1) Gras → Hase → Fuchs. 2) Die Blätter. 3) Die Meise (die Raupe ist auch Beute, aber kein Räuber, denn sie frisst Pflanzen). 4) Bei jedem Glied geht viel Energie verloren, also reicht die Energie nur für wenige Füchse. 5) Er ist ein Zersetzer und macht aus totem Laub Nährstoffe für den Boden.

Such dir danach einen Lebensraum wie einen Teich oder einen Park aus und schreibe eine Nahrungskette mit mindestens drei Gliedern. Druck dazu danach eine naturwissenschaftliche Aktivität aus.

Naturwissenschaftliche Aktivitäten für Kinder ausdrucken

Schritt für Schritt üben im ganzen Kurs: Naturwissenschaften · Klasse 4

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