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Sprache und Grammatik

Wie baut man ein Argument auf?

Kurze Antwort

Ein vollständiges Argument hat drei oder vier Teile: Behauptung, Begründung, Beispiel und eine Folgerung. Im Englischen lernt man dasselbe als PEEL-Absatz.

10–16 JahreWeiterführende Schule

In einem Satz

Ein gutes Argument stellt eine Behauptung auf, begründet sie, macht sie mit einem Beispiel anschaulich und zieht am Ende eine Folgerung.

Erklärt

Wer etwas erreichen will, muss überzeugen: in der Klassenkonferenz, im Leserbrief oder in der Erörterung. Eine Meinung allein überzeugt aber niemanden. Erst wenn du sie begründest und mit einem Beispiel belegst, wird daraus ein Argument. Im Deutschunterricht lernt man dafür oft das 3B-Schema:

  • 1. Behauptung (These). Was du meinst, in einem klaren Satz.
  • 2. Begründung. Warum das stimmt. Oft eingeleitet mit weil, denn oder da.
  • 3. Beispiel oder Beleg. Ein konkreter Fall, eine überprüfbare Tatsache, ein Zitat oder eine Expertenmeinung.

Dazu kommt oft ein vierter Schritt, die Folgerung oder der Rückbezug: ein Satz, der zur eigenen Position zurückführt oder zum nächsten Argument überleitet. Jedes Argument bekommt in einem längeren Text seinen eigenen Absatz.

  • Banane
  • Heft
  • Bleistift
Im Englischen heißt dieses Muster PEEL, also ‚schälen‘: Schicht für Schicht, wie bei einer Banane.

Im Englischunterricht heißt dasselbe Muster PEEL: Point (Behauptung), Evidence (Beleg), Explain (Erklärung, also die Begründung, warum der Beleg passt) und Link (Rückbezug zur Frage). Der Unterschied liegt in der Reihenfolge: Im deutschen 3B-Schema kommt die Begründung meist vor dem Beispiel, bei PEEL kommt zuerst der Beleg und danach die Erklärung. Beides funktioniert. Wichtig ist nur, dass jede Behauptung begründet und belegt wird.

Warum funktioniert das? Weil Leser bei jeder Meinung drei Dinge wissen wollen: was du denkst, warum du es denkst und woran man es sieht. Ein Absatz, der nur behauptet, ist bloß eine Meinung. Ein Absatz, der nur Beispiele aneinanderreiht, erklärt nichts.

Ein vollständiges Argument für einen überzeugenden Text:

(Behauptung) Unsere Schule sollte keine Getränke in Einweg-Plastikflaschen mehr verkaufen. (Begründung) Denn diese Flaschen werden nur wenige Minuten benutzt und sind dann Abfall, obwohl Trinkflaschen und Wasserspender genau dieselbe Aufgabe erfüllen könnten. (Beispiel) Zurzeit verkauft der Kiosk jeden Tag Flaschengetränke, und viele leere Flaschen landen im Restmüll statt in der Wertstofftonne. (Folgerung) Deshalb wäre der Verzicht auf Plastikflaschen einer der einfachsten Wege, an unserer Schule Müll zu vermeiden.

Ein Argument in einer Textanalyse, zu Goethes Ballade „Erlkönig“:

(Behauptung) Goethe steigert in der Ballade die Angst des Kindes von Strophe zu Strophe. (Beleg) Am Ende ruft der Sohn: „Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!“ (Erklärung) Die Wiederholung „mein Vater, mein Vater“ klingt wie ein verzweifelter Hilferuf, und das Wort „jetzt“ zeigt, dass die Bedrohung nun ganz nah und körperlich geworden ist. (Folgerung) So wird die Spannung bis zum tragischen Schluss immer größer.

Beispiele

Nützliche Satzanfänge für jeden Teil:

Teil Aufgabe Satzanfänge
Behauptung These nennen Erstens… / Ein wichtiger Grund ist… / Es ist klar, dass… / Der Autor zeigt…
Begründung erklären, warum …, weil… / Denn… / Das liegt daran, dass… / Das bedeutet, dass…
Beispiel / Beleg zeigen, woran man es sieht Zum Beispiel… / So… / Das zeigt sich, wenn… / Im Text heißt es…
Folgerung zurückführen, überleiten Deshalb… / Daraus folgt… / Folglich… / Außerdem spricht dafür…

Ein Argument in Geschichte: Ein wichtiger Grund dafür, dass sich der Erste Weltkrieg schnell ausweitete, war das Bündnissystem. Denn die Großmächte waren 1914 in zwei Lager geteilt: die Triple Entente aus Großbritannien, Frankreich und Russland und den Dreibund aus Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien. So mobilisierte Russland zur Unterstützung Serbiens, nachdem Österreich-Ungarn Serbien nach dem Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand den Krieg erklärt hatte; Deutschland erklärte daraufhin Russland und Frankreich den Krieg, und Großbritannien trat nach dem deutschen Einmarsch in Belgien in den Krieg ein. Die Bündnisse machten also aus einem regionalen Konflikt einen europäischen Krieg.

Häufige Fehler

  • Nacherzählen statt erklären. „Dann ruft der Sohn und dann reitet der Vater schneller“ ist eine Inhaltsangabe. Lösung: Frag dich „Was zeigt das?“.
  • Zu lange Zitate. Eine ganze Strophe abzuschreiben bringt nichts. Lösung: Zitiere nur die Wörter, auf die es ankommt, mit Versangabe.
  • Begründung, die nur die Behauptung wiederholt. „Plastikflaschen sind schlecht, weil sie schlecht sind.“ Lösung: Nenne einen echten Grund (weil sie nach wenigen Minuten Abfall sind).
  • Behauptung ohne Beispiel. Lösung: Prüfe jedes Argument mit der Frage „Woran sieht man das?“.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. Lies die AufgabeMarkiere die Schlüsselwörter und entscheide dich für deine Position.
  2. Formuliere die BehauptungEin klarer Satz, der die Frage beantwortet.
  3. Begründe sieSag mit weil, denn oder da, warum die Behauptung stimmt.
  4. Belege sie mit einem BeispielEin konkreter Fall, eine Tatsache oder ein kurzes Zitat.
  5. Zieh eine FolgerungFühr zur These zurück oder leite mit einem Verbindungswort zum nächsten Argument über.

Verbindungswörter wie deshalb, außerdem, jedoch und folglich halten die Teile zusammen; mehr dazu bei den Konjunktionen.

Übungsaufgaben

Argumente aufbauen

Löse jede Aufgabe und prüfe dann deine Antwort.

  1. Wofür stehen die drei B im 3B-Schema?
    Lösung zeigen
    Behauptung, Begründung, Beispiel (Beleg)
  2. Wofür steht PEEL im Englischen?
    Lösung zeigen
    Point, Evidence, Explain, Link: Behauptung, Beleg, Erklärung, Rückbezug.
  3. Welcher Teil ist das? „Unsere Schule sollte keine Getränke in Einweg-Plastikflaschen mehr verkaufen.“
    Lösung zeigen
    Die Behauptung: Sie nennt die These.
  4. Welcher Teil ist das? „Denn diese Flaschen sind nach wenigen Minuten Abfall.“
    Lösung zeigen
    Die Begründung: Sie sagt, warum.
  5. Welcher Teil ist das? „Zurzeit verkauft der Kiosk jeden Tag Flaschengetränke, und viele landen im Restmüll.“
    Lösung zeigen
    Das Beispiel: Es zeigt einen konkreten Fall.
  6. Welcher Teil ist das? „Deshalb wäre der Verzicht auf Plastikflaschen ein einfacher Weg, Müll zu vermeiden.“
    Lösung zeigen
    Die Folgerung: Sie führt zur These zurück.
  7. Welches Wort leitet meist eine Begründung ein: „zum Beispiel“, „weil“ oder „deshalb“?
    Lösung zeigen
    weil
  8. Welches Wort leitet meist eine Folgerung ein: „denn“, „zum Beispiel“ oder „deshalb“?
    Lösung zeigen
    deshalb
  9. Bring in die Reihenfolge Behauptung, Begründung, Beispiel, Folgerung: (A) Zum Beispiel lernt man im Fußballverein, als Team zu spielen. (B) Sport im Verein macht Kinder geselliger. (C) Deshalb sollte jedes Kind die Chance auf einen Verein haben. (D) Denn man trifft dort regelmäßig Gleichaltrige.
    Lösung zeigen
    B, D, A, C
  10. Was fehlt? „Hausaufgaben sollten begrenzt werden. Zum Beispiel sitzen manche Kinder abends noch zwei Stunden daran. Deshalb sollte die Schule weniger aufgeben.“
    Lösung zeigen
    Die Begründung: Es fehlt der Satz, warum zu viele Hausaufgaben schaden (zum Beispiel: weil Kinder auch Zeit zum Ausruhen brauchen).
  11. Ist das eine gute Begründung? „Handys im Unterricht sind schlecht, weil sie nicht gut sind.“
    Lösung zeigen
    Nein: Sie wiederholt nur die Behauptung. Besser: „…, weil Nachrichten und Spiele vom Lernen ablenken.“
  12. Formuliere eine Behauptung zur Frage „Sollte jedes Kind schwimmen lernen?“
    Lösung zeigen
    Jeder klare Satz, zum Beispiel: Jedes Kind sollte schwimmen lernen.
  13. Was ist der Unterschied in der Reihenfolge zwischen 3B und PEEL?
    Lösung zeigen
    Bei 3B kommt meist erst die Begründung, dann das Beispiel; bei PEEL erst der Beleg, dann die Erklärung.
  14. Welche Folgerung passt besser zu einem Argument für eine längere Mittagspause? (a) „Die Pause beginnt um zwölf.“ (b) „Eine längere Pause würde also helfen, ruhiger und konzentrierter in den Unterricht zurückzukommen.“
    Lösung zeigen
    (b): Sie zeigt, warum das Argument zählt.

Häufige Fragen

Wie baut man ein Argument auf?

Mit Behauptung, Begründung und Beispiel (dem 3B-Schema), oft ergänzt durch eine Folgerung. Jedes Argument steht in einem eigenen Absatz.

Was ist das BBB-Schema?

BBB oder 3B steht für Behauptung, Begründung, Beleg (oder Beispiel). Es ist eine Merkhilfe dafür, dass ein Argument mehr ist als eine Meinung: Es braucht einen Grund und einen Beweis.

Wie baut man ein Argument in einer Erörterung auf?

Genauso: Jedes Argument besteht aus Behauptung, Begründung und Beispiel. In der linearen Erörterung reihst du Argumente für eine Seite, meist vom schwächsten zum stärksten; in der dialektischen (Pro-und-Kontra-)Erörterung stellst du beide Seiten gegenüber und kommst im Schluss zu einem eigenen Urteil.

Wie baut man ein Argument im Englischen auf?

Mit der PEEL-Methode: Point (Behauptung), Evidence (Beleg), Explain (Erklärung) und Link (Rückbezug). Nützliche Satzanfänge sind Firstly…, For example…, This shows that… und Therefore….

Was ist der Unterschied zwischen Begründung und Beispiel?

Die Begründung ist allgemein und sagt, warum etwas stimmt (weil man im Verein Gleichaltrige trifft). Das Beispiel ist konkret und zeigt, woran man es sieht (im Fußballverein spielt man jede Woche im Team).

Wie lang sollte ein Argument sein?

Meist drei bis sechs Sätze: je einer für Behauptung und Folgerung, ein bis zwei für die Begründung und ein bis zwei für das Beispiel.

Kurzes Quiz

Ein Argument aufbauen (Behauptung, Begründung, Beispiel)

Teste dein Wissen mit 4 kurzen Fragen.

Frage 1 von 4

Welcher Teil eines Arguments macht die Begründung anschaulich – mit einem Fall, einem Beleg oder einem Zitat?

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Für Erwachsene

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