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Teens und LernstrategienFür Teens13–18 Jahre

Lernplan für Prüfungen erstellen – und wirklich dranbleiben

Schritt für Schritt zum eigenen Lernplan für Prüfungen: mit Beispielwoche, Tipps, was du tust, wenn etwas schiefgeht, und wie du dich nicht ausbrennst.

Crayonbird-Redaktion10 Min. Lesezeit
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Ein Lernplan soll dafür sorgen, dass Prüfungen machbar wirken. Viel zu oft wird daraus eine wunderschöne, farbcodierte Tabelle, die bis Mittwoch zerfällt. Am Willen liegt das meistens nicht. Der Plan war einfach für eine perfekte Woche gebaut, die nie kommt. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du einen Plan baust, der zu deinem echten Leben passt – mit Beispielwoche, einer einfachen Methode zum Anpassen und den Warnzeichen dafür, dass du dir zu viel vornimmst.

Bevor du anfängst: drei Listen

Nimm dir eine halbe Stunde für drei Listen, bevor du auch nur eine einzige Tabelle zeichnest. Es ist die nützlichste halbe Stunde des ganzen Plans.

1. Deine Prüfungen. Jedes Fach, jede Prüfung, mit Datum und Uhrzeit. Sortiere sie nach Datum. Wenn du den genauen Prüfungsplan noch nicht hast, schätze so gut du kannst und aktualisiere später.

2. Deine Themen. Zerlege den Stoff jedes Fachs in Themen, die klein genug für eine Lerneinheit sind. „Bio“ ist zu groß. „Aufbau der Zelle“, „Osmose und Diffusion“ und „Enzyme“ passen ungefähr. Der Lehrplan, die Themenliste deiner Lehrkraft oder das Inhaltsverzeichnis deines Schulbuchs sind ein guter Ausgangspunkt.

3. Deine feste Zeit. Alles, was schon verplant ist: Schule, Fahrtzeiten, ein Nebenjob, Training, religiöse Verpflichtungen, Familienessen, der Abend, an dem du immer deine Großeltern besuchst. Sei ehrlich. Ein Plan, der deine Samstagsschicht ignoriert, überlebt den ersten Samstag nicht.

  • Uhr
  • Heft
  • Bleistift
  • Schreibtisch
  • Lampe
  • Buch
Eine Uhr, ein Heft und ein aufgeräumter Schreibtisch: mehr brauchst du nicht.

Jedes Thema nach dem Ampelprinzip bewerten

Geh deine Themenliste durch und gib jedem Thema eine Farbe:

  • Rot: Das verstehe ich nicht, oder ich weiß nichts mehr davon.
  • Gelb: So halbwegs, aber ich würde Punkte verlieren.
  • Grün: Dazu könnte ich jetzt sofort eine Prüfungsfrage beantworten.

Sei streng. „Grün“ heißt, du könntest es heute ohne Unterlagen, nicht, dass du dich erinnerst, die Stunde sei okay gewesen.

Diese Einstufung zeigt dir, wohin deine Zeit fließen sollte. Rote Themen bekommen die meisten Einheiten, gelbe einige, grüne alle paar Wochen einen kurzen Check, damit sie grün bleiben. Ohne diese Einstufung verbringen die meisten ihre Zeit mit den Themen, die sie sowieso mögen – das fühlt sich großartig an und bringt die Noten kaum voran.

Den Plan Schritt für Schritt bauen

Schritt für Schritt

  1. Wochen zählenRechne aus, wie viele Wochen du bis zur ersten Prüfung hast. Schreib sie oben quer über eine Seite.
  2. Feste Zeit blockierenMarkiere alles von deiner dritten Liste. Was übrig bleibt, ist deine echte Lernzeit, und die ist oft weniger, als du denkst.
  3. Länge der Einheiten festlegenEine Einheit aus zwei oder drei Blöcken von 25–50 Minuten mit kurzen Pausen passt für die meisten. Markiere die Zeitfenster, in die eine Einheit passt.
  4. Zeitfenster auf die Fächer verteilenFächer mit vielen roten Themen und Prüfungen, die zuerst kommen, bekommen mehr Fenster. Eine grobe Aufteilung reicht; du passt sie ohnehin an.
  5. Themen eintragen, nicht FächerSchreib „Chemie: Stoffmenge (Mol)“ in ein Fenster, nicht nur „Chemie“. Ein vages Fenster führt zu einer vagen Einheit.
  6. Abstände einbauenPlane jedes Thema ein paar Tage später noch einmal ein und dann etwa eine Woche danach. Etwas über mehrere Einheiten hinweg zu wiederholen, ist besser als eine lange Einheit dazu.
  7. Puffer und einen freien Tag einplanenEin oder zwei leere Fenster pro Woche zum Aufholen und mindestens ein Abend oder ein halber Tag ganz ohne Lernen.

Der Schritt mit den Abständen ist wichtiger, als er aussieht. Nach einer Pause zu einem Thema zurückzukehren und dich selbst dazu abzufragen, gehört zu den am besten belegten Lerntechniken überhaupt. Unser Ratgeber, wie du richtig für Prüfungen lernst, erklärt, warum, und zeigt, was du in jeder Einheit konkret tust.

Eine Beispielwoche

Hier eine Woche für jemanden etwa sieben Wochen vor großen Abschlussprüfungen – etwa der Prüfung zum Mittleren Schulabschluss oder dem Abitur in Deutschland, der Matura in Österreich und der Schweiz, den GCSEs in Year 11 in England, der WAEC-Prüfung in SS3 in Nigeria oder den Abschlussprüfungen am Schuljahresende in den USA. Die Fächer sind Mathe, Deutsch, Bio, Chemie und Geschichte; Schule ist bis 15:30 Uhr, dienstags ist Fußballtraining, samstagvormittags ein Nebenjob.

Tag Fenster 1 Fenster 2 Fenster 3
Montag Mathe: quadratische Gleichungen (neu) Bio: Enzyme (Wiederholung) —
Dienstag Fußballtraining Chemie: Stoffmenge (neu) —
Mittwoch Geschichte: Ursachen des Ersten Weltkriegs (neu) Mathe: quadratische Gleichungen (Wiederholung) Lernkarten (15 Min.)
Donnerstag Deutsch: Gedichtvergleich Chemie: Bindungsarten (Wiederholung) —
Freitag Mathe: gemischte Übungen Freier Abend —
Samstag Arbeit (vormittags) Bio: Osmose (neu) Geschichte: Aufsatz auf Zeit
Sonntag Alte Prüfungsaufgaben: Mathe (auf Zeit) Wochenrückblick (15 Min.) Rest des Tages frei

Ein paar Dinge, die auffallen:

  • Kein Tag hat mehr als drei Fenster. An einem Schultag reichen meist zwei.
  • Neue Themen und Wiederholungen sind gemischt. Quadratische Gleichungen tauchen am Montag auf und am Mittwoch wieder. Nächste Woche kommen sie noch einmal dran, in einer gemischten Übungseinheit.
  • Der Freitagabend ist frei. Das ist keine Faulheit – genau das macht den Montag möglich.
  • Am Sonntag gibt es einen Wochenrückblick. Dort wird der Plan angepasst.
  • Einmal pro Woche stehen alte Prüfungsaufgaben an. Je näher die Prüfungen rücken, desto mehr Platz sollten sie im Plan einnehmen.

Kurze Fenster funktionieren auch. Eine Lernkarten-Runde von 15 Minuten im Bus zählt. Unser Ratgeber, wie du Lernkarten richtig nutzt, zeigt dir, wie diese Minuten wirklich etwas bringen.

Illustration: Häng die Woche dort auf, wo du sie siehst – nicht in einen Ordner, den du nie aufmachst.
Häng die Woche dort auf, wo du sie siehst – nicht in einen Ordner, den du nie aufmachst.

Wie viel Lernen genug ist

Eine magische Stundenzahl gibt es nicht, und wer dir eine nennt, kennt deine Woche nicht. Ein paar grobe Richtwerte:

  • An Schultagen sind in der Hauptlernphase für die meisten ein bis zwei Stunden realistisch. Mehr, und du bist am nächsten Tag müde.
  • An Wochenenden und in den Ferien sind drei bis fünf Stunden, über den Tag verteilt und mit richtigen Pausen, eine solide Menge.
  • In den letzten zwei Wochen machst du vielleicht mehr, aber Schlaf geht trotzdem vor.

Die bessere Frage lautet: Habe ich etwas geschafft? 45 konzentrierte Minuten, in denen du dich selbst abfragst, sind mehr wert als drei Stunden halbherziges Lesen in den Unterlagen, während das Handy vibriert. Wenn du nach einer Einheit nicht sagen kannst, was du gelernt hast, war sie zu vage oder zu abgelenkt.

Den Plan anpassen, wenn das Leben dazwischenkommt

Kein Lernplan übersteht eine ganze Prüfungsvorbereitung unverändert. Du wirst krank, ein Thema dauert länger als gedacht, oder der Geburtstag einer Freundin fällt auf einen Donnerstag. Ein guter Plan rechnet damit.

Mach einen Wochenrückblick. Fünfzehn Minuten am Sonntag: abhaken, was du geschafft hast, Themen neu einstufen (manche roten sollten jetzt gelb sein) und die nächste Woche anpassen. Verschieb Zeit von Fächern, die gut laufen, zu denen, die es nicht tun.

Nutze die Regel für verpasste Einheiten. Verpasst du eine Einheit, verschieb sie in ein Pufferfenster. Ist in dieser Woche kein Puffer mehr frei, entscheide, was am unwichtigsten ist, und streich es. Versuch nie, zwei verpasste Einheiten in einen Abend zu quetschen – genau so brechen Pläne zusammen.

Fang nicht von vorn an. Rückstand ist kein Grund, jede Woche einen brandneuen Plan zu machen. Kleine Anpassungen halten den Plan am Leben; ständiges Neuschreiben macht das Planen zu einer Methode, das Lernen zu vermeiden.

Achte auf „falsches Grün“. Wenn du bei alten Prüfungsaufgaben in einem Thema Punkte verlierst, das du grün eingestuft hast, stuf es wieder auf Gelb. Der Plan sollte deinen Ergebnissen folgen, nicht deinem Gefühl.

Wenn die Prüfungen beginnen

Für die Prüfungszeit selbst braucht dein Plan eine zweite Version. Das Lernen hört nicht auf, aber es verändert seine Form.

Rechne von jeder Prüfung rückwärts. Schau dir deine Prüfungstermine an und plane die ein, zwei Tage vor jeder Prüfung um dieses Fach herum: deine Lernkarten locker wiederholen, dein Fehlerprotokoll durchgehen, ein oder zwei alte Aufgaben lösen. Jetzt ist nicht die Zeit für brandneue Themen.

Plane die Lücken. Wenn du drei Tage zwischen zwei Prüfungen hast, teil sie auf: die meiste Zeit für die nächste Prüfung, ein bisschen für die übernächste und eine echte Pause.

Schütze den Abend davor. Hör zu einer vernünftigen Zeit auf zu lernen, leg deine Sachen bereit, prüf Uhrzeit und Raum und geh zur gewohnten Zeit ins Bett.

Nach jeder Prüfung: loslassen. Vor dem Prüfungsraum Antworten zu vergleichen, hilft selten. Mach eine kurze Pause, iss etwas und schau dann, was als Nächstes kommt. An der letzten Prüfung kannst du nichts mehr ändern, aber auf die nächste kannst du dich noch vorbereiten.

Tage mit zwei Prüfungen. Wiederhole am Vortag beide Fächer locker und nutze die Lücke dazwischen zum Essen, Ausruhen und für einen kurzen Blick auf die wichtigsten Notizen zur zweiten Prüfung, statt etwas Neues anzufangen.

Ein einfacher Plan für die Prüfungszeit, in dem jede Prüfung und die Wiederholungsfenster davor eingetragen sind, ist in zehn Minuten gezeichnet und erspart dir viel Panik in letzter Minute.

Nicht ausbrennen

Erschöpfung in der Prüfungszeit ist häufig, und sie kommt öfter von zu vollen Plänen als von zu faulen Schülerinnen und Schülern. Darauf solltest du achten:

  • Du bist müde, obwohl du eine Nacht geschlafen hast.
  • Du liest dieselbe Seite dreimal, und nichts bleibt hängen.
  • Du hast in jedem Moment, in dem du nicht lernst, ein schlechtes Gewissen.
  • Du triffst keine Freunde mehr und tust nichts mehr, was dir Spaß macht.

Wenn dir das bekannt vorkommt, ist die Lösung weniger Lernen, nicht mehr. Nimm dir einen ganzen Tag frei. Setz deinen freien Tag wieder in den Plan, falls du ihn gestrichen hast. Geh raus, triff Leute, beweg dich. Halte deinen Schlaf regelmäßig; die Hinweise des NHS zu Prüfungsstress (englischsprachig) weisen darauf hin, dass die meisten Teenager 8 bis 10 Stunden Schlaf pro Nacht brauchen, und empfehlen, den Lernplan gemeinsam mit einem Elternteil aufzustellen.

Vorlagen, die es leichter machen

Du kannst einen Lernplan auf jedes Blatt Papier zeichnen, aber eine Vorlage spart Zeit und macht den Wochenrückblick schneller. Das Paket Prüfungsplaner und Lerntechniken enthält Lernpläne, Checklisten zur Wiederholung, Wochenplaner und Cornell-Notizseiten, genau für diesen Ablauf gemacht.

Übungsheft12–18 Jahre

Prüfungsplaner & Lernstrategien

Zeitpläne, Checklisten, Cornell-Notizen, Mindmaps und Zielplaner für klügeres Lernen.

Inhalt ansehen

Misch in die Einheiten selbst Aufgaben auf Zeit aus der Sammlung zur Prüfungsvorbereitung und Fachübungen wie die Blätter unten.

Chemie-Übungen für deine Lerneinheiten

Mehr in der Bibliothek

Mach heute Abend nur die drei Listen: Prüfungen, Themen und feste Zeit. Morgen stufst du die Themen rot, gelb und grün ein. Bis zum Wochenende hast du einen Plan, der zu dem Leben passt, das du wirklich hast.

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Häufige Fragen

Wie früh sollte ich einen Lernplan erstellen?

Für große Abschlussprüfungen sind sechs bis zehn Wochen vorher gut, damit du alles abdecken und mehr als einmal wiederholen kannst. Für kleinere Tests und Klassenarbeiten reichen meist ein bis zwei Wochen.

Wie lang sollte eine Lerneinheit sein?

Die meisten können sich in Blöcken von 25 bis 50 Minuten mit einer kurzen Pause dazwischen am besten konzentrieren. Zwei oder drei solcher Blöcke ergeben eine gute Einheit.

Was mache ich, wenn ich mit meinem Lernplan in Rückstand gerate?

Versuch nicht, alle verpassten Einheiten auf einmal nachzuholen. Zieh die wichtigsten Themen vor, kürze oder streiche die unwichtigsten und nutze die Pufferzeiten, die du eingeplant hast.

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Crayonbird-Redaktion

Autorinnen, Illustratoren und Pädagogen

Wir sind das kleine Team, das die Aktivitäten von Crayonbird schreibt, zeichnet und testet. Wir probieren jede Idee mit unseren eigenen Arbeitsblättern aus, geben praktische und ehrliche Ratschläge – auch dazu, was nicht klappt – und verweisen auf offizielle Quellen, wo es darauf ankommt. Nichts in diesem Blog ist gesponsert.